Nebel in Amsterdam

Keine fünf Minuten auf amerikanischem Boden, wird mir die erste Verhaftung angedroht. In der Ankunftshalle des John F Kennedy Airports ziehe ich mein Telefon aus der Tasche und mache ein Foto. „No photos here“, ruft sofort ein Sicherheitsbeamter. Jetzt sehe ich die unzähligen Verbotsschilder. Ich entschuldige mich, stecke das Gerät ein und gehe weiter. Kurz darauf herrscht mich ein weiterer Polizist an. Ich muss das Bild vor seinen Augen löschen. Todernst erklärt er mir, dass er mich dafür auch verhaften dürfte.

Erst jetzt folgt die reguläre Begegnung mit dem Sicherheitsapparat. Passkontrolle, Befragung, Fingerabdrücke. Und natürlich ein Foto…

Ich komme noch glimpflich davon. Michi wird in ein Hinterzimmer geführt. Dort unterhalten sich 20 Cops über Football, während sie von zwei weiteren über unsere Reisepläne befragt wird.

Die nämlich sind: 90 Tage Nordamerika. New York, DC, New Orleans, San Diego, von dort Roadtrip durch den Westen bis nach Kanada. Rückflug aus Chicago.

image

Unsere Ausrüstung für 90 Tage Nordamerika

Eigentlich hätten wir gar nicht am JFK landen sollen, sondern in Newark, drüben auf dem Festland. Aber wegen starken Nebels war in Amsterdam nur eine Start- und Landebahn geöffnet, unser Flug aus München somit verspätet und wir zu spät für den Anschluss nach New York.

Zwei Stunden stehen wir in Amsterdam am Schalter von KLM. Zeit, sich unnützes Wissen über das Reiseziel anzulesen. Kostprobe: Bald nach Eröffnung der Brooklyn Bridge 1883 kamen Zweifel an deren Stabilität auf. Im Jahr darauf liefen 21 Elefanten über den East River – als Beweis der Standhaftigkeit und als PR-Gag eines Zirkus.

Ist ja prinzipiell egal, an welchem Flughafen wir landen. Auch die vier Stunden Verspätung sind nicht so schlimm. Blöd ist nur, dass unser Gepäck nicht mit an Bord ist. Ein gut gelaunter Doppelgänger von Dar Adal aus Homeland schickt uns zur Gepäckinfo von Delta. Dort erfahren wir: Eine Tasche ist in Newark, mein Rucksack noch in Amsterdam. Uns wird Nachlieferung ins Apartment für den nächsten Tag versprochen.

Dort fallen wir um Mitternacht Ortszeit nach 24 Stunden Anreise ins Bett. Nur das Nötigste besprechen wir noch mit John, unserem Gastgeber für die nächsten Tage.

Was uns vorher noch für alle Strapazen entschädigt: Dieser Blick von unserer Straße in Weehawken, New Jersey über den Hudson River nach Manhattan. Leider etwas unscharf; das Kamerastativ liegt noch in Amsterdam.
image

Ein Gedanke zu “Nebel in Amsterdam

  1. Hallo Chris,
    ein wahrhaft furioser Start. Wir haben Alles mit Interesse gelesen und sind schon gespannt, was Euch noch alles begegnet, auch ohne Stativ sehr beeindruckendes Foto.
    L.G. Ulli+Gerhard