mit kaiser wilhelm hupend ans east cape

In meinem letzten Eintrag habe ich ja von meiner Arbeit in Tauranga erzaehlt. Die habe ich letzten Freitag nach vier Wochen beendet. Wobei ich waehrenddessen den Arbeitgeber gewechselt habe, ausserdem habe ich zusaetzlich zur Kiwiplantage noch bei der Fischfabrik angeheuert. Es ist naemlich so dass man fuer so einfache Hilfsarbeiterjobs hier einen Nettolohn von etwa 5 Euro die Stunde erhaelt. Da Jobs wie auf dem Kiwifeld dann noch vom Wetter abhaengig sind und auch mal mehrere Tage wegen Regen ausfallen koennen (an denen man natuerlich trotzdem fuer Unterkunft und Verpflegung aufkommen muss), ist es kaum moeglich mit nur einem Job Geld fuers Reisen zu sparen. Also sind wir halt an manchen Tagen nach acht Stunden auf der Plantage noch abends fuer sechs Stunden am Fliessband gestanden und haben Fisch eingepackt. Ja der Fisch stinkt aber so schlimm wie man es sich vorstellt ist es eigentlich nicht. Man gewoehnt sich daran und die Arbeit laesst sich gut machen. Naja auf jeden Fall war ich fuer vier Wochen in Tauranga um Geld zu verdienen. Die freien Tage und Stunden waren wir am Strand oder haben irgendwas in der Umgebung besichtigt. Am Wochenende haben wir natuerlich auch mal gegrillt und gefeiert, und nebebei war ich noch ein paar Mal beim Klettern. Ich habe eine Menge coole Leute kennengelernt und am Ende war es bei uns im Hostel fast wie in einer WG. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Alexis aus Argentinien. Bilder von der Zeit und den ganzen Leuten versuche ich bald mal hochzuladen. Letzten Samstag gings dann endlich wieder auf Reisen. Und zwar habe ich mir mit zwei guten Kumpels, Christian und Lennard, einen Mietwagen geholt und ein Zelt gekauft. Damit sind wir dann auf dem Pacific Coast Highway die Ostkueste entlang gefahren. Das ist eine sehr sehr duenn besiedelte Gegend mit kaum Tourismus. Unser Auto haben wir auf Kaiser Wilhelm gekauft (wie es dazu kam weiss ich auch nicht mehr genau, hatte irgendwas mit meiner Bayernfahne zu tun). Das Ding hatte irgendwie eine sehr leichtgaengige Hupe, so dass unser Fahrer Christian staendig versehentlich (und spaeter auch absichtlich) gehupt hat. War immer wieder lustig, zum Beispiel wenn man morgens um fuenf aufm Zeltplatz steht um den Sonnenaufgang anzuschauen, und dann erstmal ordentlich auf die Hupe gehauen wird… Samstag Mittag haben wir einen kleinen Ort namens Opotiki verlassen, und dann haben wir erstmal bis Montag morgen ausserhalb der Zivilisation gelebt, ohne Einkaufsmoeglichkeit und mit zwei Tankstellen auf dem Weg, von denen eine ausser Betrieb war. Was bei einem Auto mit 40-Liter-Tank nicht viel ist, wenn man auf der bergigen Strecke etwa 12 Liter braucht – aber es ging irgendwie. Auf jeden Fall sind wir jeden Tag viel gefahren und haben uns abends wunderschoene Flecken zum Zelten gesucht und auf dem Lagerfeuer gegrillt – was gibt es schoeneres. Unterwegs ab und zu mal angehalten um nen Ausblick zu geniessen, ins Meer zu springen oder aufm Gaskocher Kaffee zu machen. Auf dem Weg waren wir auch am East Cape, dem oestlichsten Punkt Neuseelands. Auf dem Rueckweg wollten wir noch einen kurzen Abstecher in den Te Urewera National Park machen, der aus einem grossen See mit einem noch viel groesseren dunklen Wald aussen rum besteht. War sehr schoen nur hat uns der Spass etwa 5 Stunden extra Fahrzeit gekostet, da die Strasse zwar offiziel ein Highway ist, in der Praxis aber nur eine Schotterpiste mit tausenden engen Kurven. Schneller als 30 konnte man da nicht fahren. Trotzdem: Der Trip war definitiv ein Highlight meiner bisherigen Reise. Die Stimmung war super und per Auto sieht man einfach so viel mehr vom Land als per Bus. Man kann an jedem verdammten Strand, an jedem verdammten Stein unterwegs anhalten wie es einem gefaellt. Jetzt bin ich gerade in Rotorua, einer groesseren Stadt mitten in einem aktiven „Geothermalgebiet“. Das heisst hier kommt ueberall heisses Wasser aus dem Boden. Es gibt heisse Quellen und auch einige Geysire. Heute waren wir in einem Fluss baden der ne Wassertemperatur wie ein Whirlpool hat. Morgen gehts weiter nach Taupo und von da aus in den Tongariro National Park, wo wir vier Tage lang wandern und den Schicksalsberg aus Herr der Ringe besteigen werden. Anschliessend will ich weiter Richtung Wellington und von da aus auf die Suedinsel uebersetzen. Heute habe ich endlich mal die Bilder vom Sandboarden (in zweiten Woche in Neuseeland) hochladen koennen. Zu finden im Album NZ / Northland. Aktuelle Bilder von den letzten Stationen kommen so bald wie moeglich. Machts gut

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