The German Energiewende

Vor knapp zwei Wochen, der aufmerksame Zeitungsleser weiß es vielleicht, haben 36 Nobelpreisträger am Bodensee eine Erklärung zum Klimaschutz unterschrieben. Am Tag vorher gab es eine Pressekonferenz mit dem Initiator Brian Schmidt und vier weiteren Nobels: Pete Doherty, David Gross, George Smoot und dem ehemaligen US-Energieminister Steven Chu.

Steven Chu unterzeichnet die Mainau Declaration. Foto: Christian Flemming/Lindau Nobel Laureate Meetings

Steven Chu unterzeichnet die Mainau Declaration. Foto: Christian Flemming/Lindau Nobel Laureate Meetings

Die Herren hören sich alle ziemlich gern reden (Schmidt versuchte das einzudämmen, aus seiner Sicht hätte es gereicht wenn er selbst viel redet), und so war man bald über dem angesetzten Zeitlimit und es wurde schon mehrfach angekündigt, das sei nun wirklich die letzte Frage.

Ich wollte noch wissen, was die Herren eigentlich über die deutsche Energiewende denken. Kurz vorher kam ich aus Amerika zurück, wo ich mehrmals darauf angesprochen wurde. Ich traf mitten im Urwald eine Wanderin, und nach zwei drei Sätzen Small-Talk erzählte sie, wie begeistert sie doch sei von dieser Energiewende. Mich interessierte, ob die Nobelpreisträger auch so überzeugt sind vom deutschen Abenteuer, aus Kohlenstoff-Verbrennung und Nuklearenergie gleichzeitig auszusteigen. Da aber die Zeit eben fortgeschritten war, wollte ich die Sache kurz machen:

Sie können meine Frage sehr schnell beantworten, auf nonverbale Art. Bitte heben Sie die Hand, wenn Sie glauben dass man den Planeten von der Erderwärmung retten kann, ohne Atomkraft zu nutzen.

Chu und Schmidt hoben die Hand. Doherty und Smoot ließen ihre unten. Gross hatte die Hand oben, aber er muss die Frage falsch verstanden haben, denn er setzte zugleich zu einem Pladoyer für Atomkraft an [gekürzt]:

Ich bringe meine Unterstützung für Atomenergie zum Ausdruck, als eine moderne, sichere Energiequelle. Deutschland – da Sie ja aus Deutschland kommen – verhält sich da sehr unverantwortlich bei diesem Thema. Sie hatten eine Reihe fortschrittlicher Nuklearanlagen zur Stromversorgung. Als Reaktion auf emotionale und politische Argumente und der Angst vor einem Tsunami, der nach einem Erdbeben über den Atlantik kommen könnte, schalten Sie die jetzt alle ab. Zu einem enormen Preis für Europa und die Umwelt, entgegen Ihrer Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen. Ich verstehe das nicht. Deutschland hat eine fortschrittliche, rationale Kultur. Ich verstehe es wirklich nicht.

Steven Chu argumentierte etwas differenzierter:

Ich war nicht glücklich, als Deutschland vorhandene Atomanlagen vor dem Ende der Lebenszeit abgeschaltet hat. Aber das ist Deutschlands Entscheidung. Es gibt auch Staaten in den USA, die sich gegen Atomkraft entschieden haben, das ist deren Entscheidung. Aber Atomkraft hat ein Problem, wir wissen nicht wie wir die nächste Generation rechtzeitig und im Kostenplan bauen sollen. Die Projekte sind alle hinter dem Zeitplan und werden viel zu teuer. Die kommen bis zum Ende ihrer Lebenszeit nicht mehr in die Gewinnzone. Erneuerbare Energien holen sehr schnell auf. Windenergie kostet ohne Subventionen inzwischen nur noch das gleiche wie Kohle. Aber es wird vier oder fünf Jahrzehnte dauern, um den Übergang hinzukriegen. Beispielsweise müssen wir Offshore-Wind deutlich günstiger machen, er kostet derzeit dreimal soviel wie Onshore. Dann wäre die Versorgung viel verlässlicher. Für den Übergang wäre Nuklearenergie nützlich.

Forschung in Afrika

Mit Seth (Ghana) und Dalia (Sudan) in Lindau

Mit Seth und Dalia in Lindau

Auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau nehmen nicht nur eben jene Nobels teil, sondern etwa zehnmal mehr junge Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr waren darunter besonders viele vom afrikanischen Kontinent. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um mit ihnen über die Bedinugngen für Forscher in ihren Heimatländern zu sprechen. Die Situation ist natürlich in jedem Land anders. Insgesamt hat Afrika aber noch einen weiten Weg vor sich. Nur in Südafrika hat man in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Folgerichtig gehen talentierte junge Menschen ins Ausland.

Die ganze Geschichte steht am Dienstag auf der Wissen-Seite der SZ. Wer ein Digital-Abo hat, kann sie unter diesem Link lesen.

Bloggen von unterwegs

Das #NoAm15-Making-of

Wir sind 90 Tage durch die Vereinigten Staaten und Kanada gereist und haben das in 14 Blogposts festgehalten. Bis auf den letzten Eintrag zu Milwaukee und Chicago habe ich alle Beiträge von unterwegs geschrieben und produziert. Heute möchte ich ein paar Worte dazu verlieren, welche Hilfsmittel ich dazu verwendet habe.

Wir hatten auf der Reise keinen Laptop und keine Kamera dabei. Ersteres war aus Gewichts-, Platz- und Sicherheitsgründen eine ziemlich klare Entscheidung.

Über die Kamera habe ich länger nachgedacht. Musste aber feststellen, dass meine vor ein paar Jahren für 500 Euro angeschaffte Systemkamera schlechtere Fotos macht als mein Telefon, für das ich vor einem halben Jahr gut die Hälfte ausgegeben habe. Fast alle Bilder und Videos im Blog sind also mit meinem One Plus One fotografiert, ein kleiner Teil mit Michis Fairphone. Die Qualität der OPO-Fotos hat uns immer wieder begeistert. Das Fairphone macht auch ordentliche Bilder, vor allem war dessen Dual-SIM-Funktion aber sehr praktisch.

Aus den insgesamt etwa 3000 Bildern haben wir für jeden Beitrag gemeinsam eine Auswahl getroffen. Zur Bearbeitung haben wir mit der App Photoshop Express gute Erfahrungen gemacht. Web-kompatible Dateigrößen liefert der images easy resizer. Ist zwar grottenschlecht übersetzt – aus „save“ wurde nicht speichern, sondern sparen – aber macht den Job. Videos haben wir in der Regel nur geschnitten, mit VidTrim Pro. In Einzelfällen habe ich vorher mit KineMaster den Ton bearbeitet.

Das wertvollste Teil in unserem Werkzeugkasten allerdings war keine App, sondern etwas sehr handfestes: der Gorillapod, ein sehr flexibles Stativ der Firma Joby.gorilla

Die Textarbeit begann ganz altmodisch-analog mit einem handschriftlichen Tagebuch, reingeschrieben in ein türkisfarbenes Notizbuch. Mit Michi habe ich dann den groben Inhalt der Blogposts geplant und auf meinem Handy angefangen zu schreiben. Am Ende  Nach ein paar Einträgen Von Anfang an habe ich mich sehr nach einer vernünftigen Tastatur gesehnt.

Es gibt eine WordPress-App, mit der ich aber nicht klar gekommen bin. Die Textentwürfe habe ich in Google Docs geschrieben un anschließend über den Browser alles in meinem WordPress-Backend zusammengebastelt.

Um was berichten zu können, muss man natürlich erstmal die Reise selbst organisieren. Zur Navigation waren uns die Karten und Stadtpläne von MAPS.ME eine große Hilfe. Die basiert auf OpenStreetMap-Daten und ermöglicht im Gegensatz zu Google Maps einen Offline-Zugriff auf die Karten. Anfangs haben wir Foursquare viel benutzt, um gute Cafés und Veggie-freundliche Restaurants zu finden. Irgendwann kam dann ein Update, seither kamen wir damit nicht mehr so gut zurecht. Grundlegende Infos zu den Orten nahm ich meistens aus der Wikipedia, deren App auch eine Offline-Funktion hat.

Insgesamt hat sich seit meiner ersten großen Backpacking-Tour, 2008/09 durch Neuseeland, technologisch sehr viel geändert. Aus Nokia-Handy, Kleinkamera, dickem Reiseführer und der ständigen Suche nach Internetcafés wurde Smartphone mit zwei Handvoll passender Apps und die ständige Suche nach WLAN. Diese Änderungen in der Technik haben auch Auswirkungen auf die Reise selbst. Der Rucksack ist leichter, vieles ist einfacher, manches vielleicht langweiliger geworden.

NoAm15: Unsere Reise in Listen

Yeah! 90 Tage durch die Vereinigten Staaten und Kanada liegen hinter uns. Zum Abschluss der Blog-Serie ein Rückblick in Listen

Zurückgelegte Meilen

  • Flugzeug: 10351 Meilen = 16654 Kilometer
  • Greyhound-Bus: 1619 Meilen = 2606 Kilometer
  • Amtrak-Zug: 1995 Meilen = 3211 Kilometer
  • Auto: 6563 Meilen = 10.610 Kilometer
  • Wanderstiefel: 112 Meilen = 178 Kilometer

Total: 20.528 Meilen = 33.081 Kilometer

Übernachtungsorte

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Verbrauchte Lebensmittel

  • 8937 Gramm Nudeln
  • 8330 Gramm Haferflocken
  • 5855 Gramm Erdnüsse
  • 2835 Gramm Rosinen
  • 75 Tortillas
  • 27 Veggie-Burger
  • 1 Angus-Rind-Burger
  • 134 Bananen
  • 32 Avocados
  • 11 Packungen Cookies

Gelesene Bücher

Chris/Papier

  • Nate Silver: The Signal and the Noise
  • Jack Kerouac: On the Road
  • Jörg Böckem/Henrik Jungaberle/Immanuel Jork/Julia Kluttig: High sein
  • Charlie LeDuff: Detroit
  • Jodi Kantor: The Obamas
  • Jon Krakauer: Into the Wild
  • Robert S. Boynton: The New New Journalism
  • Rick Curtis: The Backpacker’s Field Manual
  • Leonard Susskind: The Black Hole War (halb)
  • Robert Sullivan: Cross Country (halb)
  • Tom Wolfe: The Right Stuff
  • Robin Cook: Fatal Cure
  • John McPhee: Coming Into The Country

Total: 4612 Seiten

Michi/E-Books

  • Terry Pratchett: Scheibenwelt-Romane I-IV
  • Robert Galbraith: Der Seidenspinner
  • Nick Hornby: Miss Blackpool
  • Jojo Moyes: Weit weg und ganz nah
  • Volker Klüpfl, Michael Kobr: Herzblut
  • Erik Axl Sund: Krähenmädchen
  • Bernard Minier: Schwarzer Schmetterling

Total: 4247 Seiten (+37:37 Stunden Hörbücher)

Sunset Boulevard

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WLAN-Namen

  • 911-MEMORIAL.ORG
  • AMSTERDAMHOSTEL
  • AmtrakConnect
  • attwifi
  • babywurm
  • BALADIE CAFÉ
  • barista guest
  • BC ferries
  • Buffas
  • BusWiFi_6472_921450
  • BWBryceCanyon
  • Café Adrift free
  • City of NO Wireless
  • Coffee vault
  • Cowboy-guest
  • Cup A Joa
  • Da Crib
  • DontJackMyInternet
  • Fair-Grinds-Public
  • Google Starbucks
  • GreyhoundTerminal FreeWiFi
  • GreyhoundWiFi_Coach25
  • Guggenheim Guest
  • hooverwilderness
  • HostelGuest
  • JT’sweetstuff
  • Lestats
  • McDonaldsFreeWiFi
  • NOMA Guest C
  • NYPL
  • Pagoda café
  • Pastry Pub
  • Petite Provence Guest
  • PnP_Coffeehouse
  • QB Town Public Wireless
  • Rei-guest
  • RoDeece
  • RoyalWiFi
  • safewaywifi
  • Schipol_Airport_WiFi
  • Seaview Public Wi-Fi
  • serious coffee
  • serious coffee #17 (G)
  • serious coffee guests
  • serious coffee wifi
  • StellaBarraGuest
  • Sunset_Wifi_D4_2
  • Target Guest Wi-Fi
  • The Greenhousee guests
  • The Grind
  • Tim Hortons WiFi
  • tod’s
  • tuffbeans
  • Tumbleweed
  • USA hostels
  • Visitor center public – 2.4G
  • Vita
  • Waltz guest Network
  • Wayward
  • White spot Wireless
  • Wmguest
  • xfinitywifi

Ausgezeichneter Unsinn

Eine Begegnung mit Nobelpreisträger und Klimaskeptiker Ivar Giaever

(c) Adrian Schröder/Lindau Nobel Laureate Meetings

(c) Adrian Schröder/Lindau Nobel Laureate Meetings

Beinahe wäre es das Beste, Ivar Giaever einfach zu ignorieren: Er ist ein alter Mann, der unsinnige Dinge sagt. Zu Themen, von denen er nach eigenem Bekunden nicht viel Ahnung hat.

Aber da gibt es ein Problem: Giaever ist Physik-Nobelpreisträger. Wenn er spricht, dann in großen Sälen. Im Publikum sitzen dann die besten Nachwuchswissenschaftler der Welt. Sie hören zu, wie er den Klimawandel bestreitet, mit einer Mischung aus Halbwahrheiten und Polemik. Ein paar klatschen sogar am Ende. Anschließend wird er dann von großen Zeitungen zitiert: Schaut her, wenn selbst Nobelpreisträger sagen, es gibt keinen Klimawandel – dann MUSS da doch was dran sein!

Also muss man sich mit Ivar Giaever auseinandersetzen. Ich habe ihn diese Woche auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee getroffen. Das kann man hier bei Spiegel Online nachlesen.

  • Update: Auf der gleichen Tagung haben 36 Nobelpreisträger eine entschiedene Erklärung für mehr Klimaschutz unterzeichnet.
  • Vor zwei Jahren traf ich in Lindau den mexikansichen Chemiker Mario Molina und sprach mit ihm auch über den medialen Lärm der Klimaskeptiker gesprochen.

Blues mit 20.000 Ampere

An Tag 83 unserer amerikanischen Reise steigen wir in San Diego ins Flugzeug. Allerdings nicht Richtung Europa, schließlich haben wir noch sieben Tage unserer Aufenthaltsgenehmigung auszukosten. Stattdessen fliegen wir über Chicago nach Milwaukee. Die Stadt am Lake Michigan ist das Zentrum des deutschen Amerikas. Es gibt unzählige Brauereien mit Namen wie „Papst“ und „Schlitz“; die Kneipen werben mit einem FC Bayern-Banner für ihre Bundesliga-Übertragungen. Wir sind aber nicht für Fußball und Bier da – wir wollen hier Freunde besuchen. Was in der Praxis dann doch recht viel mit Bier zu tun hat.

Beeindruckende Architektur: das Milwaukee Art Museum

Beeindruckende Architektur: das Milwaukee Art Museum

Außerdem sehen wir in Milwaukee ein Baseballspiel. Das örtliche Team heißt natürlich Brewers und spielt an jenem Tag gegen die Nationals aus Washington DC. Wir werden Zeuge eines seltenen Ereignisses: Die Brewers gewinnen. Ansonsten ist Baseball ein unglaublich langsames Spiel. Ein unglaublich. langsames. Spiel. Als Zuschauer werden wir daher mit allen möglichen Nebenattraktionen bei Laune gehalten: Da darf man die Zuschauerzahl raten, die Club-Maskottchen liefern sich ein Wettrennen, bei jeder Auswechslung des Pitchers fährt ein Chevrolet durchs Stadion. Die ersten vier Innings sind wir ohnehin damit beschäftigt, uns von Frank die Regeln erklären zu lassen. Schlimm muss es für die Spieler sein, die haben weder Sitzplätze, noch Popcorn, noch Bier. Sie stehen drei Stunden auf dem Rasen und warten darauf, dass der Batter ausnahmsweise mal den Ball in ihre Richtung schlägt. Aber gut, haben sie sich vermutlich mal so ausgesucht. Unser Sport wird es jedenfalls nicht.

Was ich eher gern zu meinem Sport machen würde, ist Segeln. Frank ist Mitglied im Community Sailing Club von Milwaukee und nimmt uns mit aufs Wasser. Leider verlässt uns der Wind in dem Moment, als wir aufs Boot steigen. Nach einer Stunde paddeln durch den Hafen legen wir wieder am Steg an. Abends schauen wir immerhin Videos von Franks Karibik-Törns. Die nächsten Tage aktualisieren wir stündlich den Wind- und Wetterbericht, leider ergibt sich keine Gelegenheit mehr.

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Trotzdem haben wir vier schöne Tage in Milwaukee, bevor wir mal wieder in einen Greyhound-Bus steigen und zum großen Finale nach Chicago fahren. Genau rechtzeitig zum Blues Festival. Ein paar Stunden später sitzen wir im Grant Park und hören Shemekia Copeland und Band zu. Hinter der Bühne, über der Skyline, zieht ein Gewitter auf. Als Shemekia über verlorene Liebe in Memphis singt, schlägt ein Blitz in die Antenne des Willis Tower ein, mit 442 Metern höchster Turm Chicagos.

Millenium Park

Millenium Park

Zwei weitere Ereignisse beschäftigen Amerikas drittgrößte Stadt an diesem Wochenende: Die Chicago Black Hawks spielen im Finale des Stanley Cups um die nordamerikanische Eishockey-Meisterschaft. Und am Samstag Abend steigt der „Naked Bike Ride“. Etwa tausend Menschen fahren, großteils splitternackt, auf Fahrrädern durch die Stadt.

Den letzten Abend unserer Reise verbringen wir mit Rebecca und Ryan, zwei Reise-Bekanntschaften aus New York. Die Beiden nehmen uns mit zum John Hancock Building, wo wir in einer Bar im sechsundneunzigsten Stock ein Bier trinken, mit fantastischem Blick über Stadt und See.

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Die Damentoilette im 96sten Stock des Hancock Centers (bei den Jungs gibt’s kein Fenster)

Der Heimflug verläuft ähnlich verkorkst wie unsere Hinreise. Aber als wir auf europäischem Boden landen, macht der Pilot eine Durchsage: Während wir in der Luft waren, haben die Black Hawks das entscheidende Finalspiel gewonnen. In der Economy Class bricht Jubel aus.

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Haferbrei um halb fünf

tmp_31301-775964852Aus den Rocky Mountains wurden wir vom Regen rausgespült. Ein paar hundert Meilen weiter südlich finden wir uns in der trockenen Hitze von Utah wieder. Die windigen, staubigen Hochebenen, auf denen man das Lenkrad nicht fest genug halten kann, sind von spektakulären Schluchten durchzogen. Um sie zu erkunden, müssen wir früh aufstehen: Viele Campingplätze in den Nationalparks sind schon morgens ausgebucht. Vor allem aber wird es ab Mittag unerträglich heiß, nachmittags drohen Gewitter. Unser Rekord im Frühaufstehen liegt bei 4:30 Uhr: Frühstück kochen, Lager abbauen, ab Sonnenaufgang sieben Meilen marschieren, um elf im Schwimmbad ausruhen.
tmp_31301--183856421Erster Stopp: Bryce Canyon. An dieser Abbruchkante des Colorado-Plateaus haben sich beeindruckende Steintürme gebildet. Besonders schön sind die – wieder nix mit Ausschlafen – bei Sonnenaufgang.
tmp_31301-1385662752Zufällig entdecken wir unterwegs den ebenso schönen Red Canyon. Die meisten Leute fahren einfach vorbei, wir treffen den ganzen Wandertag lang nur ein paar Eidechsen. Und ganz zum Schluss einen Mountainbiker, der vom Trail auf den Thunder Mountain schwärmt.
tmp_31301--487183426Ein alter Cowboy in der Nähe hat sich gerade neue Leih-Räder angeschafft, und so folge ich dem Rat. Die Überquerung des Donnerbergs wird tatsächlich die anstrengenste, anspruchsvollste und schönste MTB-Tour die ich je gefahren bin. Den Tippgeber treffe ich unterwegs wieder, als er die dreißig Kilometer gerade zum dritten Mal innerhalb von zwei Tagen fährt.

tmp_31301-img20150608_15131315550479Anschließend brechen wir zu einer dreitägigen Wildnis-Expedition in die Kolob Canyons im Zion-Nationalpark auf. Wir folgen dem La Verkin Creek durch sein von Schlangen, Rehen, Berglöwen und wilden Truthähnen bevölkertes Tal. Uns beeindruckt die Vielfalt der Vegetation: Hier wachsen Kiefern, Eichen, Ahorn- und Haselnussbäume, Farne, Gräser, Blumen und blühende Kakteen. Links und rechts des Weges liegen schmale, von wenig Sonnenlicht erhellte Nebenschluchten, an deren Enden wir Höhlen und Wasserfälle erkunden.
tmp_31301-190383474tmp_31301--547057938Was Reisen anstrengend, aber auch spannend macht, ist das Fehlen jeglicher Routinen. Das gilt besonders für Rucksack-Touren ins Backcountry. Dinge wie Zähne putzen oder das Frühstücksmüsli löffeln funktionieren zu Hause ohne aktiven Gehirneinsatz. Hier muss erstmal Wasser aus dem Fluss geholt, durch ein Tuch gefiltert und chemisch behandelt werden. Dann braucht es einen windgeschützten Ort für den Gaskocher, worauf wir mangels Milch – weil mangels Kühlschrank – Haferbrei kochen, die Menge genau abgemessen, damit es auch noch für den nächsten Tag reicht. Dann löffeln zwei Hungrige aus dem gleichen Topf, man wollte ja nicht auch noch Teller schleppen. Am Ende wird das Geschirr mit Sand und einem Tropfen Ökoseife gespült, weit genug vom Fluss entfernt natürlich, um nicht das eigene Trinkwasser zu kontaminieren. Kaum sind eineinhalb Stunden vergangen, kann der Tag beginnen.

tmp_31301--1537581564Zurück in der sogenannten Zivilisation, wollen wir eigentlich einen Ruhetag einlegen. Die Ranger erwarten allerdings ein Ende der Schönwetterphase, daher kann unser nächstes Projekt nicht warten: Eine Tour durch die „Narrows“ funktioniert nur bei perfekten Bedingungen. Der Virgin River nimmt die volle Breite der schmalen Schlucht ein, wir waten die meiste Zeit durch knöchel- bis brusttiefes Wasser. Bei Regen können gefährliche Sturzfluten entstehen.
tmp_31301-771702018tmp_31301--1563688483Die Narrows sind die spektakuläre Zugabe unserer amerikanischen Outdoor-Saison. Auf dem Rückweg durch die Wüste nach San Diego kommen wir morgens durch Las Vegas. Sogar in den Tankstellen stehen hier Spielautomaten. Um acht Uhr sechsundvierzig sind drei von sieben besetzt. Alles gesehen, alles gesagt, wir fahren weiter.

Kalte Seen und heiße Quellen

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Am Ende eines langen Tages auf der Straße erreichen wir Golden, die letzte nennenswerte Ortschaft vor den Bergen, in der Dämmerung. Eine Nacht auf dem Truck Stop, unser Auto versteckt zwischen riesigen Lastwagen, um uns herum die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains. Raststätten können romantische Orte sein. Morgens frägt uns ein Trucker in gebrochenem Englisch nach einem Stück Draht, um seinen Frachter wieder in Bewegung zu bringen. Wir können leider nicht helfen.

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Die kanadischen Rockies sind weiträumig als Wildnis erhalten und stehen unter Schutz, aufgeteilt in die vier Nationalparks Banff, Jasper, Yoho und Kootenay. Im Besucherzentrum des Yoho sprechen wir mit einer Rangerin über schneefreie Wandermöglichkeiten. Sie empfiehlt einen Pfad zum Hamilton Lake. Wir kaufen ein Bear Spray, das letzte Mittel im Fall einer Grizzly-Begegnung, und brechen auf.

tmp_6544-1625082481 Vom glasklaren, von Fichten umgebenen Emerald Lake führt ein steiler Pfad durch den Wald hinauf. Da wir zur Bären-Abschreckung auch noch unser ganzes Repertoire an Punk-Songs in die Wildnis brüllen, geht mir schnell die Luft aus. „Schneefrei“ muss auch irgendwie ein Missverständnis gewesen sein; bald sinken wir bei jedem zweiten Schritt hüfttief ein. Spaß macht’s trotzdem oder genau deswegen. Nach Erreichen der Baumgrenze führt der Pfad über ein Geröllfeld in einen Kessel. Von den steilen Wänden gehen grollend kleine Lawinen ab. In der Mitte des Kessels liegt der Hamiltonsee. Wo er nicht von Eis und Schnee bedeckt ist, schimmert sein Wasser in Aquamarinblau und spiegelt die umliegenden Gipfel. Beim Abstieg haben wir die richtige Technik raus und gleiten elegant über die Schneeoberfläche.

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Als wir am Tag darauf im Kootenay-Nationalpark entlang eines Flusses wandern, gehen uns die Lieder aus und wir beschreiben den Grizzlies lauthals die Zubereitung von ordentlichen Kässspatzn. Wir bekommen Appetit, die Bären scheinen von den detaillierten Ausführungen zu Zwiebeln und stinkendem Bergkäse eher abgeschreckt zu sein, jedenfalls zeigt sich keiner. Das passiert erst Tage später und hunderte Meilen weiter südlich.

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Aber zuerst müssen wir zurück in die Vereinigten Staaten. An der Grenze erfahren wir, dass Südfrüchte nicht ins Land der Freien eingeführt werden dürfen. Zwei Bananen und eine Mango essen wir vor Ort. Zwei weitere Bananen und drei (kalifornische!) Orangen – gehen an den Mann vom Duty Free Shop, zusammen mit unserem Vorrat an Feuerholz.

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Im Abendlicht fahren wir durch die Hügel und Wälder von Montana. Wir zählen innerhalb von zwei Stunden 38 Rehe, überfahren zum Glück kein einziges, sehen aber zwei am Straßenrand liegen. Über eines macht sich gerade ein Weißkopfseeadler her, wovon wir kein Foto haben, aber diese Gedächtniszeichnung von M.E.:

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Nach einem weiteren Driving Day sind wir im ältesten, berühmtesten und am meisten von Selfie-Stick-schwingenden Touris malträtierten Nationalpark der USA: Yellowstone. In Karawanen aus Wohnmobilen und Reisebussen fahren sie durch den Park, stoppen für Bisonfotos und kurze Spaziergänge an den heißen Quellen. Im heißen Wasser gefällt es bestimmten Bakterien, die den Boden in leuchtendes Rot und Gelb färben. Verständlich, dass wir den Ort mit halb Indien teilen müssen.

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Größtes Spektakel und stärkster Besuchermagnet ist Old Faithful. Der Geysier bricht relativ berechenbar alle eineinhalb Stunden aus. Nach vier Minuten ist das größte Getöse vorbei, und wie im Kino gehen die meisten Leute vor dem Abspann. Ich genieße die plötzliche Ruhe und lege mich auf eine der verwaisten Bänke. Währenddessen erlebt Michi angewandte Sozialpsychologie: Drei Mädels gehen vorbei, wirken angewidert angesichts des herumlungernden Landstreichers. Erst als M. ein Foto macht, werden die Ladys interessiert und fotografieren sich gegenseitig in der identischen Pose.

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Abends auf dem Zeltplatz erzählt unser Nachbar Bryan, Finanzer und Fotograf aus New York, dass in der Vornacht etwas gegen seine Zeltwand gedrückt habe, dazu habe er ein Schnaufen gehört. Die Ranger würden auf Grizzlybär tippen. Wir schlafen im Auto.

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Unsere Grizzly-Begegnung folgt gleich am nächsten Morgen. Gemächlich grast er am Straßenrand. Vom Fahrersitz mache ich ein paar unscharfe Bilder, bis ein vorbeifahrender Reisebus den Bär zurück in den Wald treibt.

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Für unsere ganz in der Nähe geplante Wanderung tuen wir uns sicherheitshalber mit Margie und David zusammen. Das Rentnerpaar aus Washington State ist zum zwölften Mal im Yellowstone und kennt sich mit der hiesigen Tierwelt und ihren Spuren aus. In den nächsten Stunden zeigen sie uns die Fußabdrücke und Fäkalien von Bison, Schwarzbär, Koyote, Reh und Hirsch.

Auf der Flucht vor Regen verlassen wir anschließend die Rockies. Zurück im Flachland, finden wir das wahre Ziel jedes Reisenden: Die Freiheit. Sie liegt an der Grenze von Wyoming zu Idaho und hat 214 Einwohner.

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August im Mai

Meares Island

Fast wären wir gar nicht nach Vancouver Island gefahren. Unser Meilenzähler war schon vorher strapaziert und die $160 für die Fähre reißen ein Loch in die Backpacker-Kasse. Ausschlaggebend war die Behauptung dreier Insulanerinnen, die wir zufällig trafen, bei ihnen sei es immer ein paar Grad wärmer als auf dem Festland. Dafür waren wir nach der winterlichen Kälte in den Olympic Mountains zu haben. Und die Mädels hatten recht: Es ist warm hier. So warm, dass wir gleich mehrmals hören: „Ihr habt echt Glück jetzt hier zu sein, das ist gerade wie August im Mai.“

Erstmal müssen wir über die Grenze. Schon am Hafen in Anacortes bei Seattle informiert uns ein Schild, dass „einige Schusswaffen in Kanada nicht erlaubt“ seien. Schweren Herzens räumen wir unseren Ford aus und fahren deutlich leichter auf das Schiff. Der Grenzer in Sidney stellt dann allerdings nur ein paar harmlose Fragen und stempelt unsere Pässe mit Ahornblatt-Bildchen.

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Die Inselmetropole Victoria lassen wir schnell liegen und fahren in den kleinen Surfer-Ort Tofino. Der liegt auf einer Landzunge zwischen offenem Pazifik und einer ruhigen, mit kleinen bewaldeten Inseln besprenkelten Bucht. So paddeln wir an einem Tag mit Kayaks zwischen den Inselchen hindurch, während der Guide sein Wissen über Indianer, Adler und eine hier im Paradies geplante Kupfermine weitergibt.

Am nächsten Tag stürzen wir uns in eineinhalb Meter hohe Wellen. Neoprenanzüge lassen uns in 12°C kaltem Wasser auch nach drei Stunden nicht frieren. Dazu haben wir Body Boards ausgeliehen – kleine Styroporbretter für Leute, die zu weit vom Meer aufgewachsen sind um Surfen zu können. Großer Spaß mit wenig Anfängerfrust. Und nach der ersten bis zum Strand durchgerittenen Welle hat man immerhin eine kleine Ahnung vom Kick des Surfens.

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Abends entspannen wir jeweils im Whirlpool des Campingplatzes (der weniger kostet als manches kalifornische Etablissement ohne Duschen und Warmwasser).

 

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Auf dem Rückweg an die Ostküste der Insel überkommt uns die Reisemüdigkeit. Keine Lust weiterzufahren, keine Lust Neues zu sehen, Sehnsucht nach Alltag. Also bleiben wir ein paar Tage in der Kleinstadt Nanaimo hängen. Gehen ins Schwimmbad, bummeln, lesen im Café, ich arbeite einen Tag von der Bibliothek aus.

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Als wir nach drei Tagen immer noch nicht weiter wollen, der Walmart-Parkplatz als Bleibe aber langsam ungemütlich wird, ziehen wir auf die Farm von Joanne und Richard. Die beiden Althippies bauen hier Blaubeeren an, wir helfen gegen Kost & Logis ein paar Tage aus. Während Joanne hauptberuflich Bäuerin ist, verbringt Richard den Großteil seiner Tage und Nächte im Homestudio, wo er alle Arten von Musik produziert, vor allem aber die Alben seiner Tochter Hailey, die mit „More Than You Know“ vor ein paar Jahren einen ziemlichen Hit hatte. Richard hat eine Vergangenheit als Produzent von Hip-Hop im rauen Washington DC und Filmmusik in Portland. Er kann stundenlang Geschichten erzählen.

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Joanne ist ehrenamtliche Chefin von Broombusters, einem Verein zur Bekämpfung der überall auf der Insel wuchernden invasiven Pflanze Scottish Broom, die zwar hübsch blüht, aber heimische Arten verdrängt. Joanne hat sich mit missionarischem Eifer ihrer Ausrottung verschrieben und schickt uns jeden Tag mit großen Zangen an den Highway zum „Broombusten“. Ansonsten helfen wir im Garten und beim Holz. Nach Feierabend radeln wir mit unseren Kollegen aus Australien, England und Spanien zum Baden, spielen Fußball oder hören Musik. Am Sonntag nimmt uns Joanne zu einer Feuerzeremonie im buddhistischen Tempel mit. Nach einer knappen Woche Farmleben zieht es uns weiter. Auf in die Rocky Mountains!

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Fifty Shades Of Green

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Auf 1280 Metern Höhe kehren wir um. Der Schnee liegt knietief und mehr davon rieselt vom dunkelgrauen Himmel auf unsere Schultern. Auf einer Lichtung verlieren sich die Spuren, denen wir bisher gefolgt waren. Wie der Weg weiter geht, lässt sich nur erahnen. Nasse Füße haben wir schon vorher unterhalb der Schneegrenze bekommen, als wir eine verunglückte Trinkflasche aus dem eisigen Fluss retten mussten.

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Bereits in der vergangenen Nacht haben wir festgestellt, dass es Ende April in den Olympic Mountains ziemlich winterlich zugehen kann – an der Temperatur im Zelt. Der Olympic National Park liegt in Washington und markiert die nordwestliche Ecke der USA, von Alaska und Hawaii abgesehen. Wir sind hier drei Tage mit dem Rucksack unterwegs. Michi trägt das Zelt, ich alle Lebensmittel in einer großen Plastiktonne mit bärensicherem Schraubverschluss, die wir nachts 70 Fuß vom Schlafplatz entfernt deponieren sollen.

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tmp_2551--893024332 Am ersten, regnerischen Tag folgen wir dem Sol Duc River, der uns auch als Trinkwasserquelle dient, und schlagen unser Lager an seinem Ufer auf. Am zweiten Tag wärmen wir uns mit Hampelmännern auf und starten den Aufstieg. Spätestens beim Rückmarsch an Tag drei hat sich das Frieren gelohnt. Es zieht auf, der Wald leuchtet in allen Grüntönen. Ein dicker, heller Moosteppich überzieht den Boden. Darüber wachsen, etwas dunkler, Flechten und Gräser. Dornen und Farne bilden die dritte Etage. Dann ragen gigantische Nadelbäume in die Höhe. Bis wir den Parkplatz erreichten, sind auch die Stiefel trocken.

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Nach unserer Wildnisexpedition gönnen wir uns ein Bad in den heißen Quellen des Sol Duc Valley (allein das Duschen war die zwölf Dollar wert). Kurzer Versorgungsstopp in Forks, einem der wenigen Orte in der Gegend. Nicht spektakulär, aber nette Menschen, die einen an der Kasse mit „Genießt den sonnigen Tag“ verabschieden. So zumindest unser Eindruck, die Bloggerkollegen von Road Trippin, mit deren Beobachtungen wir sonst meistens konform gehen, haben hier nur Rednecks und Junkies getroffen. Interessant, wie sich die Wahrnehmung unterscheiden kann.

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Dann fahren wir ans Meer – der Olympic-Nationalpark besteht aus einem Inlands- und einem Küstenteil. Der Pazifik verschlingt nach und nach den Wald am Ufer, so dass die Strände mit toten Bäumen übersät sind. Ohne Rinde liegen die nackten Stämme im Sand.

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Unser Lieblingsstrand liegt am Sandpoint, einer spitzen Halbinsel, die nur per Fünf-Kilometer-Fußmarsch durch sumpfigen Wald erreichbar ist. Hier sehen wir hundert Meter vor uns endlich das Tier, dessen Hunger uns seit Wochen zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen zwingt. Zugleich hat der Schwarzbär auch uns gesehen und trottet zurück ins Dickicht. Trotzdem verstauen wir die Vorräte an diesem Abend besonders gut, bevor wir ins Zelt kriechen, vor uns die heranrauschende Flut, hinter uns irgendwo der Bär und meilenweit keine Straße.

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Unverfänglicher sind die Wildlife-Begegnungen an den Stränden von Kalaloch: Während Michi die Klippen nach Seesternen absucht, beobachte ich zwei Weißkopfseeadler beim Anbandeln in den Baumkronen.

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Die Woche auf der Olympic-Halbinsel war vorläufig der Höhepunkt unserer Reise. Danach fahren wir nach kurz Seattle, wo wir spannende Menschen treffen, es sonst aber nicht viel zu erzählen gibt. Dann geht es nach Kanada – Fortsetzung folgt.

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