Deutschland ist ein Wegwerfland – na und?

Deutschland ist ein Wegwerfland – na und?

Wir Deutschen produzieren mehr Müll als fast jedes andere Land. Das kann man schlimm finden – oder aber mit Gelassenheit aufnehmen. Ein Streitgespräch.Das große Müll-Spezial: www.sz.de/muell

Posted by Süddeutsche Zeitung on Mittwoch, 10. Mai 2017

Wir haben etwas ausprobiert. Eigentlich wollten wir einfach nur Daten zum Müll in Deutschland auswerten und analysieren. Weil man diese Daten aber so oder so deuten kann, haben meine Kollegin Vivien Timmler und ich am Ende ein Streitgespräch geführt. Einmal siehe oben als Video, einmal als etwas ausführlicherer Text, den man hier nachlesen kann.

Anders über Umfragen berichten

Spätestens, seit vergangenes Jahr zuerst die Volksabstimmung zum Brexit und dann die Wahl zum US-Präsidenten für die meisten sehr überraschend ausgingen, wird immer wieder über den Wert politischer Umfragen diskutiert. Was machen die Umfrage-Institute bloß falsch?

Die Antwort: gar nicht so viel. Die Umfragen der großen, renommierten Institute sind in der Regel ordentlich gemacht und kommen der tatsächlichen Stimmung in der Bevölkerung relativ nahe. Das Problem liegt eher bei den Medien und bei uns als Leser und Zuschauer. Weil wir Umfragen zu sehr vertrauen, enttäuschen sie uns oft. Natürlich können die Befragungen die Stimmung in der Bevölkerung nie ganz genau wiedergeben, sondern immer nur einen bestimmten Bereich eingrenzen. Mit meinen Kollegen Katharina, Martina und Sascha habe ich in den vergangenen Wochen eine Methode entwickelt, um diese Unsicherheit sichtbar zu machen. Das Ergebnis sind die beiden Grafiken, die hier zu sehen sind. Das Warum und Wie beschreiben wir ausführlich in diesem Artikel.

Augsburg und die Bombe

„Journalismus ist der erste rohe Entwurf der Geschichte“ habe ich neulich auf einer Pinnwand gelesen. Der Spruch wird Phil Graham, dem ehemaligen Herausgeber der Washington Post zugeschrieben, stammt aber vermutlich nicht von ihm. Wie auch immer. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, journalistisch ein Ereignis zu begleiten, das zumindest in die Lokalgeschichte meiner Heimatstadt Augsburg eingehen wird: die Entschärfung einer Fliegerbombe am 1. Weihnachtsfeiertag 2016, samt der größten Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wenn Journalismus der erste Entwurf der Geschichte ist, dann sind soziale Medien ja häufig der erste Entwurf von Journalismus. Darum möchte ich den Tag der Bombenentschärfung in Tweets und Facebook-Posts nacherzählen – und so für die Geschichte festhalten.

 

Posted by Christian Endt on Sonntag, 25. Dezember 2016

Windmühen

Illustration: Stefan Dimitrov

Strom kommt nicht aus der Steckdose und bald auch nicht mehr aus dem Atomkraftwerk. Wo der Strom stattdessen in Zukunft herkommt, das entscheidet sich in den Bürgersälen und Turnhallen der Republik. Im ganzen Land rebellieren die Bürger gegen Windkraftpläne. In Orten wie Mahlstetten auf der schwäbischen Alb steht oder fällt die Energiewende.

Der Konfliktberater Christoph Ewen versucht den Streit um die Windkraft so zu moderieren, dass Nachbarn darüber nicht zu Feinden werden. Ich war mit Ewen für die SZ unterwegs und habe mir im 800-Einwohner-Dorf Mahlstetten einen solchen Streit exemplarisch näher angesehen. Hier die Reportage.

6.45 Uhr, Bad Aibling

zuggegenzug

Am 9. Februar 2016 prallten im oberbayerischen Bad Aibling zwei Regionalzüge frontal aufeinander. 12 Menschen starben. Meine Kollegin Lisa Schnell und ich haben mit Opfern, Rettungskräften und Bahnexperten gesprochen und den Unglückstag für die SZ in einem Minutenprotokoll rekonstruiert. Die Geschichte erschien nicht nur als klassischer Zeitungsartikel, sondern auch als Digitalreportage mit Fotos, Videos und Infografiken. Der Beginn des Artikels ist frei lesbar, der ganze Beitrag ist zahlenden Kunden vorbehalten.

Aktualisierung 13. März 2017: Der Beitrag „6.45 Uhr Bad Aibling“ ist in der Kategorie Dokumentation für den Henri-Nannen-Preis 2017 nominiert.

Heiter bis tödlich

Das abenteuerliche Leben des Mathematikers Richardson

Illustration: François Schuiten

Illustration: François Schuiten

Lewis Fry Richardson meldete sich freiwillig als Sanitäter für eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges. In den Pausen saß er auf einem Heuballen hinter der Front und berechnete die erste Wettervorhersage der Geschichte. Seine Prognose war grundfalsch und trotzdem revolutionär. Später versuchte Richardson, mit Hilfe von Gleichungen den Zweiten Weltkrieg zu verhindern. Sein Lebenswerk zeigt, wie vielfältig sich die Werkzeuge der Mathematik einsetzen lassen.

In der SZ-Ausgabe vom langen Einheitswochenende erzähle ich Richardsons Geschichte. Hier ist der Text online lesbar.

Bei der Recherche haben mich viele Wissenschaftler unterstützt, die Richardsons Leben und Werk untersucht haben. Danke an Johannes Lenhard von der Uni Bielefeld, Neil Johnson von der University of Florida und insbesondere Peter Lynch vom University College Dublin. Hilfreich waren außerdem die Bücher von Konrad Balzer und Oliver Ashford. Danke auch an Astrid, Christian und Georg.

Alles nur geerbt

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Neun junge Journalisten, fünfeinhalb Wochen Vollgas, viele Schokoriegel und noch mehr Kaffee: Endlich ist unser großer Schwerpunkt zum Thema „Erben“ fertig. Wir haben Essays und Reportagen geschrieben, Interviews geführt, Fotos gemacht, Videos gedreht, Statistiken ausgewertet und ganz viele Geschichten erzählt.

All das steht am Samstag, 9. Juli, auf acht Seiten im Gesellschaftsteil der Süddeutschen Zeitung. Und ab jetzt im Internet, auf sz.de/erben. Sagt uns eure Meinung – gerne hier kommentieren, eine Mail schreiben oder unter #allesnurgeerbt twittern.

Vielen Dank an Stefan Bach vom DIW und Timm Bönke von der FU Berlin für fachlichen Rat, an Heather und Kalle für’s Geschichten beisteuern, an Oma für Recherche-Unterstützung in eigener Sache und an Olga für Hilfe in der Not. Vielen Dank an Anna, Christoph, Elisabeth, Laura, Markus, Matthias, Pia, Sead, Sebastian und die ganze SZ-Crew für die großartige Zusammenarbeit. Hat Spaß gemacht mit euch!

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Unter der Brücke…

… bin ich für eine Reportage herum gestiegen, die heute in der Süddeutschen Zeitung erscheint: Ich habe den Bauingenieur Michael Schlittenbauer begleitet, der beim TÜV als Brückenprüfer arbeitet. Das Fazit: Diese Stahlbeton-Kolosse sehen zwar ziemlich unverwüstlich aus, sind aber sehr sensible Gebilde. Darum eben muss regelmäßig ein Ingenieur mit seinem kleinen Hämmerchen kommen und nachsehen, ob es der Brücke gut geht. Hier lässt sich der Text online lesen.

Die Kirche, das Geld und die Flüchtlinge

Schon seit längerem erscheinen mir die Kirchen in der Flüchtlingsfrage relativ still. In Rom findet der Papst sehr klare Worte. Aber was machen die Bischöfe und Pfarrer vor Ort? Nun habe ich eine Geschichte gefunden, die meinen Verdacht ein Stück weit bestätigt. In Parsdorf im Landkreis Ebersberg besitzt die Kirche ein großes Wirtshaus, das seit über einem Jahr leersteht. Das Landratsamt hat bereits 2014 angefragt, ob dort Flüchtlinge einziehen könnten. Stattdessen bereitet die Kirche nun einen Verkauf vor. Überzeugende Gründe, warum der Gasthof als Flüchtlingsunterkunft nicht in Frage kommt, konnten die Verantwortlichen auf meine Nachfragen nicht nennen. Hier die ganze Geschichte in der Ebersberger SZ.

Forschung in Afrika

Mit Seth (Ghana) und Dalia (Sudan) in Lindau

Mit Seth und Dalia in Lindau

Auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau nehmen nicht nur eben jene Nobels teil, sondern etwa zehnmal mehr junge Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr waren darunter besonders viele vom afrikanischen Kontinent. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um mit ihnen über die Bedinugngen für Forscher in ihren Heimatländern zu sprechen. Die Situation ist natürlich in jedem Land anders. Insgesamt hat Afrika aber noch einen weiten Weg vor sich. Nur in Südafrika hat man in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Folgerichtig gehen talentierte junge Menschen ins Ausland.

Die ganze Geschichte steht am Dienstag auf der Wissen-Seite der SZ. Wer ein Digital-Abo hat, kann sie unter diesem Link lesen.