Plan B im Radio, auf der Bühne und bald auch im Studio

In meiner Funktion als Schlagzeuger und Medienbeauftragter von Plan B war ich gestern im Radio. Mit Lisa vom Augsburger Campus-Sender Kanal C sprach ich über unsere Pläne für die nächste Zeit und interessante Assoziationen zu unserem Bandnamen. Den am Ende angeteaserten Song gibt es hier zu hören und sehen.

Wer lieber lesen als hören mag, was das so für Pläne sind:

  • Diesen Freitag, 30. Januar, spielen wir in der Kantine in Augsburg. Infos hier.
  • Danach geht’s nach Franken ins Bandcamp: Songs für unser neues Album schreiben.
  • Das soll dann 2016 erscheinen.

Unser Debut „Wohin die Reise geht“ von 2011 gibt es immer noch zum Gratis-Download und inzwischen auch auf Spotify.

Graffiti

In der Salzburger S-Bahn sitzt mir ein Mann gegenüber, sicher über 70, und zeigt mir die Graffitis draußen an der Lärmschutzwand.

Jetzt musst aufpassn, da kommt glei a bsonders guats! I hätt ja gern sowas für mei Wohnzimmer. Da hätt I no a Wand frei. Aber weißt, an die Kerl kommst ja net hi. I hob scho im Internet gsucht, aber an die kommst net hi. Jetzt pass auf, da kommts! Wahnsinn, oder?

Nur fetten Sound und einen Tanzfloor

Als Quintessenz einiger verdammt guter Clubnächte in letzter Zeit und um hier auch mal eine Liste gepostet zu haben:

Meine persönlichen Top Ten Tanzsongs

Insgesamt eher so aus der Lärm-Ecke. Und großteils so alt, dass es schon lief, als ich sechzehn wurde. Damals™. Als Playlist sicher nicht mehrheits- oder gar konsensfähig. Sondern sehr, sehr subjektiv. Die Lieder, die mich persönlich zum Durchdrehen bringen. Here we go:

  1. Rage Against The Machine – Killing In The Name
  2. Papa Roach – Last Ressort
  3. Rise Against – Satellite
  4. Jet – Are You Gonna Be My Girl
  5. The Killers – Mr. Brightside
  6. The Subways – Rock’n’Roll Queen
  7. System Of A Down – Toxicity
  8. Disturbed – Down With The Sickness
  9. Blink-182 – All The Small Things
  10. Green Day – Basket Case

Sonderpreis der Jury: Rammstein – Du Hast
Hört man im deutschsprachigen Raum ja eher selten im Club. Käme dort viellicht auch nur halb so cool wie in Istanbul, wenn der ganze Laden mitbrüllt und der DJ ne Feuershow mit einem Deospray veranstaltet. Dann kommt es aber verdammt cool.

Die Überschrift dieses Beitrags ist entnommen aus „Der Mond“ von Heisskalt. Sobald irgendein DJ den Song in meiner Gegenwart spielt, wird obige Liste aktualisiert.

 

Ballsport, Brasilien und die Budweiser-Bill

Ich wollte irgendwas zur WM bloggen, über diesen ganzen FIFA-Zirkus und so. Doch dann fiel mir auf: John Oliver hat schon all das gesagt, was ich sagen will. Und der redet Englisch und kennt dich nicht mal… Schlussendlich egal, schaut es euch an:

Achja, was da jetzt nicht vorkommt ist die Situation rund um das deutsche Team. Die haben sich in ein kleines Dorf einquartiert und einen Trainingsplatz ins Naturschutzgebiet holzen lassen. Das Dorf wird von Militärpolizisten mit Gewehren bewacht, die Leute müssen sich ausweisen, um zu ihren Häusern zu kommen. Kann man hier nachlesen.

„Ich will keine neue Weltordnung – ich will nur ’nen Fleck in dieser“

Broilers – Ich will hier nicht sein

In diesem Posting kommen zwei Themen zusammen, für die ich mich sehr interessiere und die in diesem Blog schon öfter Thema waren: Punkrock und Asyl. Die Düsseldorfer Punkband Broilers hat einen Song über die Schicksale von Flüchtlingen geschrieben. Das Video zu „Ich will hier nicht sein“ feierte gestern Premiere, und die Kombination aus Text, Musik und Film ist wirklich bewegend. Es geht um Menschen, die in ihrer Heimat nicht bleiben können:

Von dem was ich hatte
blieb nur der Rauch.

Die aber auch an ihrem neuen Wohnort unerwünscht sind.

Das was ich damals lernte,
das was ich weiß,
ist hier vollkommen ohne Bedeuteung
hier sind alle gleich.
Gleich wenig willkommen,
gleich wenig beliebt.
Gleichermaßen umkämpft,
ein bisschen wie im Krieg.

In der dritten Strophe äußert der Protagonist einen bescheidenen Wunsch:

Ich will keine neue Weltordnung – ich will nur ’nen Fleck in dieser.

Durch widerkehrende „Wuhuuhuu“-Chöre wirkt „Ich will hier nicht sein“ hymnisch und leicht, trotz des traurigen Themas.

Der Song wird im Video immer wieder runtergepegelt, um kurzen Statements von Flüchtlingen Raum zu geben. Diese wurden nach Angaben der Band in Berliner Flüchtlingsheimen aufgenommen.

Mehr zum Thema Flucht und Asyl:

Banker und Punks

Was ich hier noch festhalten möchte, sind ein paar Sätze, die Constantin Seibt diese Woche auf der re:publica gesagt hat. Seibt ist ein Schweizer Journalist. Er ist Autor des Blogs „Deadline“ und des gleichnamigen Buches. In beiden hat er kluge Dinge darüber aufgeschrieben, wie sich der Journalismus verändern muss, um die Medienkrise zu überstehen. Davon handelt auch der re:publica-Vortag. Vorher allerdings sagt Seibt interessante Dinge über Punk:

Ich war eigentlich für Punk. Ich sah nicht so aus, aber im Herzen war ich einer. Die Schweiz musste in die Luft gesprengt werden, so satt und zufrieden wie sie war. Und ich hielt Banker für Schwiegersöhne, die im Haus im Grünen leben. Ein langweiliges Leben mit einem guten Einkommen. Keine Option. Ich habe mich geirrt. Die Punks haben ganz gute Musik gemacht und in Zürich eine Beisl-Szene organisiert. Aber die Schwiegersöhne haben beinahe das Weltfinanzsystem in die Luft geprengt. Und sind auch noch damit davon gekommen. Es ist so, dass ich dann immer einen leisen, bitteren Neid fühle, wenn ich mit Bankern spreche. Sie haben das erreicht, was ich in meiner Jugend wollte.

An dieser Stelle schweift er ein bisschen ab. Aber dann kommt’s:

Deshalb ist Punk heute eigentlich nicht mehr Zerstörung, nicht mehr die Atombombe auf die Schweiz. Sondern der eigentliche Protest ist heute, gute Arbeit zu machen. Etwas Konstruktives. Das ist das, was die Anderen nicht hinkriegen.

Ich finde das eine sehr interessante Folgerung aus der Finanzkrise.

Hier der Vortrag auf Video. Die zitierte Passage beginnt etwa bei 3:00. Ab 6:00 geht es dann ins Medien-Spezifische.

Schuhe vom Strand

Man müsste viel öfter einfach mal machen, dachte ich mir beim Ansehen dieses Videos. Ein paar Jungs aus UK gehen darin ans Meer, sammeln wahllos Plastikmüll ein und stellen daraus Sneakers her. Die auch noch ziemlich cool aussehen. Also ich würde sie anziehen. Gibt es aber leider nicht zu kaufen. Da hilft nur selbst mal wieder ans Meer zu fahren…

via Grist

Verwandte Beiträge:

Die Marmelade meiner Oma

In diesen Tagen habe ich auf Facebook eine Kolumne von Silke Burmester geteilt, in dem diese sich zum Gutmenschentum bekennt. Die Journalistin versteht darunter, nicht bei Firmen wie Amazon, Nestlé oder dem Billig-Imbiss um die Ecke einzukaufen. Sie schreibt:

Ich stehe zu meinem Anspruch, dass mein Dasein auf dieser Welt so wenig Schaden wie möglich anrichten soll und andere nicht für mich leiden sollen.

Da der Begriff Gutmensch in unserer Gesellschaft meistens als Schimpfwort gebraucht wird, fand ich den Text wichtig, und habe ihn weiterverbreitet. In einem Kommentar warf ein Freund daraufhin die berechtigte Frage auf, was man denn überhaupt noch kaufen könne: „Wer sind die Guten?“ schrieb er und postete dazu eine Grafik, aus der ersichtlich ist, das nahezu jede halbwegs bekannte (Lebensmittel-)Marke zu einem der ganz ganz großen Konzerne gehört:

top-10-nahrungskonzerne

Angemerkt wurde dann auch, dass scheinbar korrekte Marken wie das Bio-Fairtrade-Eis Ben & Jerry’s zu bösen Multis wie Unilever gehören. Das Gleiche gilt für die tierversuchsfreie Kosmetik-Kette The Body Shop, die zu L’Óreal gehört, welche wiederum über ein Joint-Venture mit Big Evil Nestlé verbandelt sind.

Auf die im Raum stehende Frage „Was kann man eigentlich noch guten Gewissens konsumieren?“ habe ich dann geantwortet:

Die Marmelade von meiner Oma, die gehört zu niemandem!

Daraufhin kam dann natürlich die Nachfrage, ob ich denn nun zum Selbstversorger werde. Und tatsächlich habe ich seit fünf Jahren keine Marmelade mehr gekauft. Die von Oma schmeckt einfach am Besten. Und wenn ich irgendwann eine Wohnung mit Balkon habe, pflanze ich da vielleicht auch Tomaten an. Oder zumindest ein paar Kräuter. Aber insgesamt kann es dieses Selbstversorger-Ding doch auch nicht sein.

Ich hab allen Respekt vor Leuten, die sich ein Stück Land irgendwo am Ende der Welt kaufen und dann versuchen von dem zu leben, was da so wächst. Neuseeland ist voll von denen, und ich fand’s cool. Ich bewundere Menschen wie Raphael Fellmer, der versucht ohne Geld durch das Leben zu kommen. Das ist total wichtig, um zu zeigen, dass es immer auch anders geht. Das nichts so sein muss, wie es ist. Aber ein Modell ist es nicht. Es muss irgendwie möglich sein, gut zu leben (ich meine das gut, das auch in Gutmensch vorkommt), ohne auf den Lebensstandard des 16. Jahrhunderts zurück zu fallen. Geld war ist eine ziemlich gute Idee. Eine noch bessere ist Arbeitsteilung, also dass jeder das macht, was er am besten kann, und den Rest von anderen einkauft. Aus diesem Prinzip ergibt sich unser komplexes Wirtschaftssystem samt Ungeheuern wie Nestlé und BP. Aber das ermöglicht auch ein hochentwickeltes Gesundheits- und Bildungssystem, und vieles mehr.

Wobei ich überhaupt nichts gegen Do-It-Yourself sagen will. Selbstgemacht ist immer cooler. Egal ob es um Marmelade geht oder um ein Schlüsselbrett aus Treibholz, selbst gesammelt an den Ufern des Bodensee. Aber die Welt rettet man damit nicht. Und da das weiterhin mein Ziel ist, werde ich vorerst kein Selbstversorger.

Das wollte ich nur kurz klarstellen.

Update: Neben den Kommentaren unten ist auch auf Facebook eine interessante Diskussion zum Thema des Artikels entstanden.

Eine verschenkte Chance: Der Film „Bottled Life“

Ich habe mich heute geärgert. Nicht nur wegen dem Geld, das ich an der Kinokasse für die enttäuschende Dokumentation „Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser“ gezahlt habe. Sondern vor allem wegen der verschenkten Chance, sich über neunzig Minuten mit einem komplexen und brisanten Thema auseinanderzusetzen. Stattdessen schien der Film vor allem dafür gemacht zu sein, die zur Genüge vorhanden Nestlé-Feinde ihn ihrem Weltbild zu bestätigen.

Eine gesunde Skepsis gegenüber dem größten Nahrungsproduzenten der Welt ist sicher nicht verkehrt. Aber das Problem der zunehmenden Wasserknappheit in vielen Entwicklungsländern nahezu allein dem Schweizer Unternehmen anzulasten, ist schon etwas gewagt. Wenn man das tut, sollte man zumindest ein paar handfeste Fakten an der Hand haben, um die Behauptung zu stützen.

Das Grunddilemma: In ganz vielen Ländern der Welt funktioniert die öffentliche Wasserversorgung nicht wirklich. Das Wasser kommt nicht zuverlässig oder ist ungenießbar. Auf einer Reise über den Balkan nach Istanbul konnte ich kürzlich selbst erleben, wie die Wasserqualität von West nach Ost immer weiter abnimmt. In Istanbul schließlich kommt kein Mensch mehr auf die Idee, das Leitungswasser zu trinken. Selbst von einer Verwendung zum Kochen raten dort viele ab. Das führt zu einer absurden Doppel- und Dreifach-Infrastruktur, die Wasser nicht nur über Leitungen und unzählige Kioske bereitstellt, sondern auch über ein Heer an LKWs, das die Haushalte mit 20-Liter-Kanistern versorgt, die in einem Tauschsystem voll angeliefert und leer wieder abgeholt werden. In den schmalen Gassen des Altstadtviertels Beyoglu ist das Irrsinn. Nun ist es bestimmt kein Kinderspiel, eine Megastadt wie Istanbul oder, um die Beispiele aus „Bottled Life“ zu nennen, Lagos und Lahore, mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Aber, das hat mir meine Zeit am Bosporus gezeigt, man würde sich einen gigantischen Aufwand sparen.

Jedenfalls ist es nun so, dass die Lücke, die Staat und Kommunen durch die fehlende oder unbrauchbare Wasserversorgung hinterlassen, von privaten Unternehmen wie Nestlé gefüllt wird. Prinzipiell gar keine so schlechte Idee; nur dass Produkte wie das Nestlé-Wasser „Pure Life“ für die unteren Schichten der betroffenen Länder unbezahlbar sind, und für die gigantischen Abfüllanlagen so viel abgepumpt wird, dass der Grundwasserspiegel weit absinkt und die Brunnen der Bevölkerung versiegen.

Der Film bringt ziemlich bald ein haarsträubendes Zitat des Nestlé-Verwaltungsratschefs Peter Brabeck:

Es geht darum, ob wir die normale Wasserversorgung der Bevölkerung privatisieren oder nicht. Und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen: Die eine Anschauung – extrem würde ich sagen – wird von einigen, von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heißt: Als Mensch sollten Sie einfach Recht haben, um Wasser zu haben. Das ist die eine Extremlösung. Die andere sagt: Wasser ist ein Lebensmittel. Und so wie jedes andere Lebensmittel sollte es einen Marktwert haben.

Diese Sätze sprechen für sich. Doch später lassen die Macher von „Bottled Life“ Brabeck immer wieder Dinge sagen, die weniger offensichtlich daneben sind. Mit diesen Aussagen hätte man sich auseinandersetzen müssen. Zum Beispiel wenn er den Wassermangel in armen Ländern auf Golfplätze und Swimmingpools schiebt. Neben der Zahl der Golf spielenden Nestlé-Manager wäre hier interessant, ob solche Luxusverwendungen wirklich einen nennenswerten Teil zum Problem beitragen, oder nicht. Doch Regisseur Urs Schnell und Rechercheur Res Gehriger interessieren solche Fragen nicht. Die wollen nur ihre Botschaft loswerden: Der böse Nestlé-Konzern nimmt den armen Menschen das Wasser weg. Man ahnt, dass das sicherlich irgendwie stimmt, aber man würde es an vielen Stellen im Film gern genauer wissen. Und man würde gern mehr darüber erfahren, welche Gründe noch eine Rolle spielen. Staatliche Misswirtschaft gehört ganz bestimmt dazu. Sie macht das Geschäftsmodell, armen Menschen abgefülltes Wasser für viel Geld zu verkaufen, erst möglich. Auch der Klimawandel kann nicht ganz unschuldig sein. Was ist mit intensiver Landwirtschaft? Was mit zunehmender Bodenversiegelung? Mit rivalisierenden Staaten, die sich um Flüsse streiten? Doch statt sich dem Thema von mehreren Seiten zu nähern und so zumindest zu versuchen, seiner Komplexität annähernd gerecht zu werden, lässt der Film ein paar Frauen aus einer Kleinstadt in Maine immer wieder in sehr ähnlichen Worten sagen, dass man Nestlé stoppen müsse. Warum überhaupt ein großer Teil des Films dort gedreht wurde, in diesem grünen US-Bundesstaat an der Ostküste, in dem sich durchschnittlich 14 Menschen pro Quadratkilometer die nicht gerade knappen Grundwasservorräte teilen, bleibt unklar. Auch optisch überzeugt der Film nur manchmal; etwa wenn er von der braunen, von Müll und Kadavern verseuchten Kloake eines auf Pfählen gebauten Slums in Lagos überblendet auf das tiefblaue Wasser des Genfer Sees, auf dem friedlich ein paar Schwäne schwimmen und an dessen Ufer der Hauptsitz von Nestlé liegt. Aber wenn Gehriger mehrmals mit entschlossenem Blick am Computer zu sehen ist oder zum Schluss bei einer Wanderung in irgendeinem Gebirge, von dem man nicht mal erfährt auf welchem Kontinent es liegt, ist das ziemlich verzichtbar.

Unverzichtbar ist es trotzdem, sich mit dem Problem der globalen Wasserknappheit zu befassen. Denn einer der wenigen handfesten Fakten des Films ist, dass die Slumbewohner von Lagos oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Trinkwasser ausgeben – und dennoch keines von solcher Qualität bekommen, dass ihre Kinder nicht mehr krank würden. Darüber würde man gern mal einen guten Film sehen.

Sebastian Vettel, Shell und die Eisbären

Foto: © Philip Reynaers / Greenpeace

Am Sonntag fand in Spa der Grand Prix von Belgien statt. Kurz bevor Sebastian Vettel nach dem Rennen das Siegerpodest betrat und die deutsche Nationalhymne anlief, wurde die Inszenierung von einem kleinen Banner gestört, dass sich gut sichtbar zwischen Fahrer und Fernsehkameras schob. Auf dem Banner war das Logo des Ölkonzerns Shell zu sehen, wobei die linke Hälfte durch einen Eisbärenkopf ersetzt war, dazu der Schriftzug „Save the arctic“. Als ein Sicherheitsmann gerade das Banner entfernt hat, wird ein paar Meter daneben ein zweites ausgerollt. Die Greenpeace-Aktion auf Video:


(via @spreeblick via Testspiel.de via Indiskretion Ehrensache)

Hintergrund der Greenpeace-Protestaktion sind die Bestrebungen von Shell, in der Arktis nach Öl und Gas zu bohren. Das ist eine ziemlich perfide Angelegenheit: Durch die Verbrennung von Öl (und Gas) schmilzt das Eis der Arktis, dadurch werden bisher unerschließbare Ölvorkommen zugänglich, durch deren Verbrennung sich die Erde weiter erwärmt. Umweltschützer lehnen die Bohrungen in der Arktis mit zwei Argumenten ab: Zum einen sind die Förderbedingungen sehr schwierig, was die Gefahr von Unfällen erhöht. Zum anderen ist die Arktis ein besonders empfindliches Öksoystem, die Umweltschäden von Unfällen wären also immens. Und im Vergleich zum Golf von Mexiko, wo Bakterien das ausgetretene Öl nach der Deepwater Horizon-Explosion vergleichsweise schnell abgebaut haben (bei dennoch gigantischen Umwelschäden), würden diese Prozesse im Nordpolarmeer deutlich langsamer ablaufen.