Öko-Klamotten aus Augsburg

Morgen startet der FCA in seine fünfte Bundesliga-Saison. Diese an sich schon schöne Sache hat den ebenfalls schönen Nebeneffekt, dass den Menschen zum Thema Augsburg inzwischen manchmal mehr einfällt als die olle Puppenkiste. Und Hell Yeah, bald gibt es diese Menschen ja in ganz Europa.

Keine Angst, ich werde hier nicht über Fußball schreiben. Auch das Grandhotel Cosmopolis hat viel zu Augsburgs neuem, nicht mehr ganz so provinziellem Image beigetragen. Aber auch darum geht es mir nicht.

Team-Degree-Fabian-Wolfgang_blog

Nessa Ina Photographie

Ich will auf das nächste große Ding am Lech hinaus: ein faires, ökologisches und auch noch äußerst schickes Klamottenlabel names Degree Clothing. Ich habe die Jungs in den letzten Monaten immer wieder getroffen und kam immer verändert nach Hause. Fabi und Wolfgang machen ihr Ding mit einer dermaßen ansteckenden Leidenschaft und Begeisterung, Wahnsinn.

Ich finde, wir Journalisten könnten ruhig öfter positive Geschichten erzählen, von Leuten, die mit ihren Ideen die Welt ein bissl besser machen. Darum habe ich mit den Degree-Menschen im Juli ein Interview geführt. Die Jungs kamen gerade von einem Festival, ich auch, wir saßen zwischen den Kartons mit ihrer neuen Kollektion und haben uns über die Kaputtheit der Textilindustrie unterhalten, über neuartige Klamotten aus Brennnesseln und das Umsetzen verrückter Ideen. Jetzt ist das Gespräch bei Spiegel Online erschienen. Lest es, schaut im Laden am Oberen Graben vorbei und lasst euch von der Begeisterung der beiden anstecken.

Schuhe vom Strand

Man müsste viel öfter einfach mal machen, dachte ich mir beim Ansehen dieses Videos. Ein paar Jungs aus UK gehen darin ans Meer, sammeln wahllos Plastikmüll ein und stellen daraus Sneakers her. Die auch noch ziemlich cool aussehen. Also ich würde sie anziehen. Gibt es aber leider nicht zu kaufen. Da hilft nur selbst mal wieder ans Meer zu fahren…

via Grist

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Rana Plaza, ein Jahr danach

Heute vor einem Jahr starben 1.129 Menschen* beim Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Dhaka, Bangladesch. 2.500 Arbeiterinnen überlebten das Unglück, die meisten verletzt und/oder traumatisiert. Ein Untersuchungsbericht stellte grobe Fahrlässigkeit als Hauptursache fest. Zu den Unternehmen, die in der Fabrik produzieren liesen, gehören C&A, Mango, KiK und mindestens 25 weitere westliche Marken.

Alle zusammen, schreibt Zeit Online, machen einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar. Für die Entschädigung der Opfer von Rana Plaza wurde ein Hilfsfond eingerichtet, der von Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern unterstützt wird. 40 Millionen Dollar sollen die Modekonzerne einzahlen, das sind 0,5 Prozent ihres Umsatzes. Bisher kamen gerade einmal 15 Millionen zusammen.

Insgesamt arbeiten in Bangladesch 3,8 Millionen Menschen in der Textilindustrie. Auch wenn die Meisten nur Hungerlöhne bekommen, sind diese Jobs für die Wirtschaft des Landes überlebenswichtig. Würden die Modekonzerne aufgrund des Imageschadens, den die Rana Plaza-Katastrophe für den Produktionsstandort Bangladesch bedeutet, auf andere Staaten ausweichen, wäre das der Worst Case für die Bangladescher. Die Alternative ist eine Verbesserung der Sicherheitsstandards. Tatsächlich gibt es dazu vielversprechende Ansätze, bei denen zum Teil rechtsverbindliche Abkommen geschlossen wurden. Natürlich gibt es Lücken, etwa wurden Sub-Subunternehmen nicht einbezogen. In anderen Bereichen konnte man auch in Bangladesch durchaus etwas bewegen, schreibt Amy Yee in der New York Times:

Change can happen in Bangladesh. It has before. The country, for instance, has a surprisingly effective cyclone warning system that relies on village volunteers. This simple, grass-roots system has been credited with saving tens of thousands of lives during violent storms.

Eine schöne Übersicht, welche Modemarken wo produzieren lassen, und welche Standards dort herrschen, liefert diese interaktive Grafik von Zeit Online.

Kürzlich jährte sich auch die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Der Atlantic nahm beide Jahrestage zum Anlass für die schöne Analyse „Why corporations fail to do the right thing“. Zu den Gründen, die die Autorin fand, gehören Kommunikationsprobleme in den Konzernen, die Nicht-Sichtbarkeit von ausbleibenden Katastrophen und die Tatsache, dass Kunden für bessere Sozial- und Umweltstandards keinen Mehrpeis bezahlen möchten.

Zum Schluss und völlig ohne Zusammenhang zwei Links zu empfehlenswerten Faitrade-Modelabels:

*Zahl aus der New York Times, in anderen Quellen abweichend