Sieben Tage in Tibet

China-Reiseblog, Teil fünf: Yading

Eine Woche war ich im tibetischen Teil der Provinz Sichuan unterwegs. Das Hochland ist kalt, karg und weit weg von allem. Aber auch sehr schön. Ich bin dort gewandert, geradelt – und war in einer Karaoke-Bar.

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Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Abstecher machen soll. Wangchao, mein Freund vom Emei Shan, sagte: Wenn du Natur und Wandern magst, musst du nach Yading. Aber dorthin zu gelanden, in die tibetischen Gebiete im Westen der Provinz Sichuan, bedeutet zwei volle Tage im Bus nach Daocheng (der Rückweg ist, weil es hauptsächlich bergab geht, in einem langen Tag zu schaffen). In Daocheng, 3700 Meter über dem Meeresspiegel, wird empfohlen, ein oder zwei Tage zu bleiben, zur Gewöhnung an die Höhe. Dann folgt ein weiterer halber Tag ins Yading Nature Reserve. Insgesamt, das war klar, würde mich das Abenteuer mindestens eine Woche kosten. Und ich hatte ja nur vier Wochen in China, eh schon viel zu wenig für dieses riesige Land.

Ich musste dann an meine Neuseeland-Reise denken. Als die vor siebeneinhalb Jahren langsam zu Ende ging, fragte mich Felix, ob wir nicht acht Tage gemeinsam durch den Regenwald wandern wollen. Damals habe ich ja gesagt. Ich bin anschließend ziemlich ins Hudeln gekommen, um rechtzeitig für meinen Rückflug zurück in Wellington zu sein. Aber die gute Woche im Regenwald werde ich nie vergessen.

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Ich fahre also zum Busbahnhof in Chengdu und kaufe eine Fahrkarte nach Daocheng für den nächsten Morgen.
Schon am ersten Tag unterwegs bereue ich die Entscheidung erstmals. Auf vier Stunden halbwegs flüssiger Fahrt folgen fünf Stunden Stillstand. Irgendetwas blockiert vor uns die Straße. Eine endlose Kette von Autos, Lastwägen und Bussen windet sich bewegungslos die kurvige Straße nach oben. Zwar steht mein Bus zufälligerweise genau auf Höhe eines kleinen Dorfs mit Basketballplatz, ein paar Jungs und ich vertreiben uns die Zeit mit Korbwürfen. Nervig ist es trotzdem.

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Lustig wird es, als wir um ein Uhr nachts endlich unser Zwischenziel in Kanding erreichen. Das Hotel ist furchtbar, die Wände sind kahl und schmutzig, das Bad auf dem Flur widerlich. Aber ich teile mir ein Zimmer mit der Kanadierin Hana, die unter hanaonthemap.com lesenswert über ihre Weltreise bloggt, und den beiden Chinesen Gavin und Police (ich kann mir seinen Namen nicht merken und habe ihn irgendwann nur noch nach seinem Beruf genannt). Zum ersten Mal erfahre ich etwas von dem chinesischen Brauch, vor dem Schlafengehen ein warmes Fußbad zu nehmen. Muss man in so einer Situation natürlich sofort ausprobieren. Da sitzen wir also nachts um zwei in einem miesen Hotel am Ende der Welt auf unseren Betten und stecken unsere müden Zehen in verbleichte Plastikschüsseln. Interessante Gesprächsatmosphäre.

Dann noch drei Stunden schlafen, um sechs fährt der Bus weiter. Um neun gibt es an einer Raststätte Reis und Gemüse zum Frühstück. Das hygienische Niveau der Klos sinkt von Halt zu Halt rapide, inzwischen bestehen sie nur noch aus einem stinkenden Loch im Boden. Gegen Mittag halten wir an einem Kontrollpunkt. Ein junger Polizist mit Maschinenpistole und verspiegelter Sonnenbrille betritt den Bus, kontrolliert die Ausweise und Pässe aller Passagiere. Aber immerhin der Verkehr ist heute unser Freund. Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir nachmittags den Ort Daocheng.

Offiziell ist Daocheng eine Stadt. Ich stelle allerdings schnell fest, dass es hier keine einzige Buchhandlung gibt, was meiner Ansicht nach ein notwendiges Kriterium zur Verleihung des Stadtrechts sein sollte. Sonst ist der Ort aber ganz brauchbar. Die in ganz China beliebten Teigtaschen füllen sie hier mit leckerem Yakfleisch. Die meisten Menschen auf den Straßen sind keine Han-Chinesen, sondern Tibeter, haben lederfarbene Haut, etwas größere Augen und Supergene, mit denen sie die dünne Höhenluft besser vertragen.

Vor ein paar Jahren hat die Kommunistische Partei beschlossen, Daocheng zu einem Tourismusort auszubauen. Daher gibt es hier einen neu gestalteten Platz mit großer Berg-Skulptur und Regionalmuseum. In den umliegenden Straßen stehen ein paar schicke Hotels, die häufig ein “Grand” im Namen im tragen.

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So richtig geht die Strategie bisher nicht auf. Viele der Gebäude wurden nie fertig gebaut, Touristen sind auf den Straßen wenige zu sehen. Stattdessen streunt ein fettes Schwein umher. Ein alter Mann knattert auf einem uralten Traktor vorbei, den Hänger mit Brennholz beladen, eine pechschwarze Rußwolke hinter sich herziehend.

Am nächsten Tag leihe ich mir mit Hana Fahrräder aus und wir erkunden die Hügel in der Umgebung. Beim Bergauffahren bilde ich mir ein, die Höhe zu spüren. Oder kann die Kondition von einem Sommer Isartraining so schnell wieder weg sein?
Nachmittags fahren wir zu viert weiter ins Dorf Riwa, das Tor zum Yading Naturreservat. Unser Fahrer lädt noch zwei weitere Passagiere ein. Wir sitzen zu siebt im Sechssitzer, als ein entgegenkommendes Auto Zeichen gibt: Eine Polizeistreife sei unterwegs. Schnell biegen wir von der Straße ab, parken hinter einer Mauer, bis wir im Rückspiegel die Polizei vorbei fahren sehen. Dann geht die Reise weiter, unterbrochen nur noch von den einen oder anderen Yakherde auf der Fahrbahn.

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In den Naturpark selbst kommt man nur per Bus. Der fährt heute nicht mehr, also beziehen wir Quartier in Riwa. Nach einem tibetischen Abendessen führt uns Police in eine Karaoke-Bar. Wir beziehen zu viert ein Separée. Auf dem Tisch stehen Bier und Popcorn, Melonenschnitze und Cocktail-Tomaten. Der Computer enthält neben allen wichtigen Hits der chinesischen und amerikanischen Popgeschichte auch Songs von Rammstein und Sarah Connor und “Dragosteo din tei” von O-Zone. Wir haben großen Spaß…

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Im Morgengrauen schleicht unser Bus die Passstraße nach oben. Die Aussicht auf die bestimmt ganz atemberaubenden Berge bleibt hinter dichtem Nebel versteckt. Es beginnt zu schneien. Frierend steige ich im Dorf Yading aus, schleppe mich von Haus zu Haus, auf der Suche nach einer Unterkunft. Wir quartieren uns in einem Haus aus groben, unverputzten Steinen ein. Es gibt keine Heizung.

Die nächsten Tage verbringe ich abwechselnd unter drei Decken im Bett und draußen in einer der schönsten Landschaften, die ich je gesehen habe. Mich erstaunt vor allem, wie viel hier oben auf 4000 Metern noch wächst. Ab und an ziehen die Wolken auf und geben den Blick auf die umliegenden Sechstausender frei.

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Man könnte hier im Yading zu tagelangen Trekkingtouren durch die Wildnis aufbrechen. Leider fehlen mir dazu Ausrüstung, Zeit und auch die nötige Fitness. Ich merke, wie schnell mir hier oben die Luft ausgeht. Ich merke, wie mir der plötzliche Wintereinbruch zusetzt. Und ich merke, dass mein Knie nicht besonders gern tagelang in Bussen eingeklemmt ist. Also kann ich nur einen kleinen, ersten Eindruck von der Schönheit der tibetischen Berge mitnehmen. Ich werde wiederkommen müssen.

Am letzten Abend nimmt mich der Wirt meiner Herberge mit zu einem Besuch bei einer tibetischen Familie. In einem schummerigen, von einer nackt an der Decke baumelnden Glühbirne beleuchteten Raum kauern sie sich um einen Holzofen, essen Reis aus kleinen Schüsselchen und backen Hirsefladen über dem Feuer. Kein Tisch steht im Zimmer, zum Sitzen nur ein paar mickrige Schemel. Kaum zu glauben, dass ich immer noch in China bin. Dem Land der Megacities mit den höchsten Wolkenkratzern und den größten Shoppingmalls. Das Land, das manchen Statistiken zufolge bereits die stärkste Volkswirtschaft des Planeten ist. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum Ausländern eine Weiterreise noch tiefer in die tibetischen Gebiete verboten ist: Die erschreckende Armut soll der Welt verborgen bleiben.

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Nach einer knappen Woche im kargen, kalten Hochgebirge sehne ich mich, kaum zu glauben, tatsächlich etwas nach dem Trubel einer chinesischen Großstadt. Kurz überlege ich, zurück nach Chengdu zu fliegen. Allerdings sind über eine Woche alle Flüge ausgebucht. Ist wohl richtig so. Was man anfängt, sollte man auch auf ehrliche Art zu Ende bringen. Also ab zum Busbahnhof.

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Kalte Seen und heiße Quellen

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Am Ende eines langen Tages auf der Straße erreichen wir Golden, die letzte nennenswerte Ortschaft vor den Bergen, in der Dämmerung. Eine Nacht auf dem Truck Stop, unser Auto versteckt zwischen riesigen Lastwagen, um uns herum die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains. Raststätten können romantische Orte sein. Morgens frägt uns ein Trucker in gebrochenem Englisch nach einem Stück Draht, um seinen Frachter wieder in Bewegung zu bringen. Wir können leider nicht helfen.

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Die kanadischen Rockies sind weiträumig als Wildnis erhalten und stehen unter Schutz, aufgeteilt in die vier Nationalparks Banff, Jasper, Yoho und Kootenay. Im Besucherzentrum des Yoho sprechen wir mit einer Rangerin über schneefreie Wandermöglichkeiten. Sie empfiehlt einen Pfad zum Hamilton Lake. Wir kaufen ein Bear Spray, das letzte Mittel im Fall einer Grizzly-Begegnung, und brechen auf.

tmp_6544-1625082481 Vom glasklaren, von Fichten umgebenen Emerald Lake führt ein steiler Pfad durch den Wald hinauf. Da wir zur Bären-Abschreckung auch noch unser ganzes Repertoire an Punk-Songs in die Wildnis brüllen, geht mir schnell die Luft aus. „Schneefrei“ muss auch irgendwie ein Missverständnis gewesen sein; bald sinken wir bei jedem zweiten Schritt hüfttief ein. Spaß macht’s trotzdem oder genau deswegen. Nach Erreichen der Baumgrenze führt der Pfad über ein Geröllfeld in einen Kessel. Von den steilen Wänden gehen grollend kleine Lawinen ab. In der Mitte des Kessels liegt der Hamiltonsee. Wo er nicht von Eis und Schnee bedeckt ist, schimmert sein Wasser in Aquamarinblau und spiegelt die umliegenden Gipfel. Beim Abstieg haben wir die richtige Technik raus und gleiten elegant über die Schneeoberfläche.

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Als wir am Tag darauf im Kootenay-Nationalpark entlang eines Flusses wandern, gehen uns die Lieder aus und wir beschreiben den Grizzlies lauthals die Zubereitung von ordentlichen Kässspatzn. Wir bekommen Appetit, die Bären scheinen von den detaillierten Ausführungen zu Zwiebeln und stinkendem Bergkäse eher abgeschreckt zu sein, jedenfalls zeigt sich keiner. Das passiert erst Tage später und hunderte Meilen weiter südlich.

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Aber zuerst müssen wir zurück in die Vereinigten Staaten. An der Grenze erfahren wir, dass Südfrüchte nicht ins Land der Freien eingeführt werden dürfen. Zwei Bananen und eine Mango essen wir vor Ort. Zwei weitere Bananen und drei (kalifornische!) Orangen – gehen an den Mann vom Duty Free Shop, zusammen mit unserem Vorrat an Feuerholz.

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Im Abendlicht fahren wir durch die Hügel und Wälder von Montana. Wir zählen innerhalb von zwei Stunden 38 Rehe, überfahren zum Glück kein einziges, sehen aber zwei am Straßenrand liegen. Über eines macht sich gerade ein Weißkopfseeadler her, wovon wir kein Foto haben, aber diese Gedächtniszeichnung von M.E.:

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Nach einem weiteren Driving Day sind wir im ältesten, berühmtesten und am meisten von Selfie-Stick-schwingenden Touris malträtierten Nationalpark der USA: Yellowstone. In Karawanen aus Wohnmobilen und Reisebussen fahren sie durch den Park, stoppen für Bisonfotos und kurze Spaziergänge an den heißen Quellen. Im heißen Wasser gefällt es bestimmten Bakterien, die den Boden in leuchtendes Rot und Gelb färben. Verständlich, dass wir den Ort mit halb Indien teilen müssen.

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Größtes Spektakel und stärkster Besuchermagnet ist Old Faithful. Der Geysier bricht relativ berechenbar alle eineinhalb Stunden aus. Nach vier Minuten ist das größte Getöse vorbei, und wie im Kino gehen die meisten Leute vor dem Abspann. Ich genieße die plötzliche Ruhe und lege mich auf eine der verwaisten Bänke. Währenddessen erlebt Michi angewandte Sozialpsychologie: Drei Mädels gehen vorbei, wirken angewidert angesichts des herumlungernden Landstreichers. Erst als M. ein Foto macht, werden die Ladys interessiert und fotografieren sich gegenseitig in der identischen Pose.

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Abends auf dem Zeltplatz erzählt unser Nachbar Bryan, Finanzer und Fotograf aus New York, dass in der Vornacht etwas gegen seine Zeltwand gedrückt habe, dazu habe er ein Schnaufen gehört. Die Ranger würden auf Grizzlybär tippen. Wir schlafen im Auto.

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Unsere Grizzly-Begegnung folgt gleich am nächsten Morgen. Gemächlich grast er am Straßenrand. Vom Fahrersitz mache ich ein paar unscharfe Bilder, bis ein vorbeifahrender Reisebus den Bär zurück in den Wald treibt.

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Für unsere ganz in der Nähe geplante Wanderung tuen wir uns sicherheitshalber mit Margie und David zusammen. Das Rentnerpaar aus Washington State ist zum zwölften Mal im Yellowstone und kennt sich mit der hiesigen Tierwelt und ihren Spuren aus. In den nächsten Stunden zeigen sie uns die Fußabdrücke und Fäkalien von Bison, Schwarzbär, Koyote, Reh und Hirsch.

Auf der Flucht vor Regen verlassen wir anschließend die Rockies. Zurück im Flachland, finden wir das wahre Ziel jedes Reisenden: Die Freiheit. Sie liegt an der Grenze von Wyoming zu Idaho und hat 214 Einwohner.

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Fifty Shades Of Green

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Auf 1280 Metern Höhe kehren wir um. Der Schnee liegt knietief und mehr davon rieselt vom dunkelgrauen Himmel auf unsere Schultern. Auf einer Lichtung verlieren sich die Spuren, denen wir bisher gefolgt waren. Wie der Weg weiter geht, lässt sich nur erahnen. Nasse Füße haben wir schon vorher unterhalb der Schneegrenze bekommen, als wir eine verunglückte Trinkflasche aus dem eisigen Fluss retten mussten.

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Bereits in der vergangenen Nacht haben wir festgestellt, dass es Ende April in den Olympic Mountains ziemlich winterlich zugehen kann – an der Temperatur im Zelt. Der Olympic National Park liegt in Washington und markiert die nordwestliche Ecke der USA, von Alaska und Hawaii abgesehen. Wir sind hier drei Tage mit dem Rucksack unterwegs. Michi trägt das Zelt, ich alle Lebensmittel in einer großen Plastiktonne mit bärensicherem Schraubverschluss, die wir nachts 70 Fuß vom Schlafplatz entfernt deponieren sollen.

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tmp_2551--893024332 Am ersten, regnerischen Tag folgen wir dem Sol Duc River, der uns auch als Trinkwasserquelle dient, und schlagen unser Lager an seinem Ufer auf. Am zweiten Tag wärmen wir uns mit Hampelmännern auf und starten den Aufstieg. Spätestens beim Rückmarsch an Tag drei hat sich das Frieren gelohnt. Es zieht auf, der Wald leuchtet in allen Grüntönen. Ein dicker, heller Moosteppich überzieht den Boden. Darüber wachsen, etwas dunkler, Flechten und Gräser. Dornen und Farne bilden die dritte Etage. Dann ragen gigantische Nadelbäume in die Höhe. Bis wir den Parkplatz erreichten, sind auch die Stiefel trocken.

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Nach unserer Wildnisexpedition gönnen wir uns ein Bad in den heißen Quellen des Sol Duc Valley (allein das Duschen war die zwölf Dollar wert). Kurzer Versorgungsstopp in Forks, einem der wenigen Orte in der Gegend. Nicht spektakulär, aber nette Menschen, die einen an der Kasse mit „Genießt den sonnigen Tag“ verabschieden. So zumindest unser Eindruck, die Bloggerkollegen von Road Trippin, mit deren Beobachtungen wir sonst meistens konform gehen, haben hier nur Rednecks und Junkies getroffen. Interessant, wie sich die Wahrnehmung unterscheiden kann.

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Dann fahren wir ans Meer – der Olympic-Nationalpark besteht aus einem Inlands- und einem Küstenteil. Der Pazifik verschlingt nach und nach den Wald am Ufer, so dass die Strände mit toten Bäumen übersät sind. Ohne Rinde liegen die nackten Stämme im Sand.

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Unser Lieblingsstrand liegt am Sandpoint, einer spitzen Halbinsel, die nur per Fünf-Kilometer-Fußmarsch durch sumpfigen Wald erreichbar ist. Hier sehen wir hundert Meter vor uns endlich das Tier, dessen Hunger uns seit Wochen zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen zwingt. Zugleich hat der Schwarzbär auch uns gesehen und trottet zurück ins Dickicht. Trotzdem verstauen wir die Vorräte an diesem Abend besonders gut, bevor wir ins Zelt kriechen, vor uns die heranrauschende Flut, hinter uns irgendwo der Bär und meilenweit keine Straße.

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Unverfänglicher sind die Wildlife-Begegnungen an den Stränden von Kalaloch: Während Michi die Klippen nach Seesternen absucht, beobachte ich zwei Weißkopfseeadler beim Anbandeln in den Baumkronen.

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Die Woche auf der Olympic-Halbinsel war vorläufig der Höhepunkt unserer Reise. Danach fahren wir nach kurz Seattle, wo wir spannende Menschen treffen, es sonst aber nicht viel zu erzählen gibt. Dann geht es nach Kanada – Fortsetzung folgt.

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Raus aus der Stadt

Zwischendurch brauche ich das ganz dringend: Raus aus der Stadt, ab in die Natur. Mit guten Freunden losziehen. Wind, Sonne, Regen, Schnee. Berge, Bäume, Bewegung. Frieren, schwitzen, schnaufen, leben. Hier ein paar Eindrücke von einer kleinen Tour, diesen Winter im Gunzesrieder Tal. Kann man alternativ auch in einer schicken Diashow anschauen.

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Schneeschuhwanderung

Das Jahresende habe ich mit ein paar guten Freunden im Allgäu verbracht. Einen Tag war Boarden angesagt, aber noch viel geiler war unsere Schneeshuhwanderung durch die Wildnis. Snowshoeing als Alternative zum pistenbasierten Wintersport bedeutet: Kein Warten am Lift, dafür unberührter Pulverschnee. Wir sind den ganzen Tag keinem Menschen begegnet. Trotz oder vielleicht auch wegen dem Sauwetter ein Riesenerlebnis.



mal wieder was von mir

hallo kollegen,
ist ja nun doch schon wieder einige zeit vergangen seit meinem letzten eintrag – und ich hab so einiges erlebt in der zwischenzeit. erstmal ist die entscheidung gefallen wann ich mich denn wieder ins schoene europa begebe. da das mit arbeiten nicht ganz so laeuft wie ich mir das vorgestellt habe (unter anderem wegen der derzeitigen weltwirtschaftskrise), werde ich wie urspruenglich geplant am 19.02. in muenchen / flughafen franz-josef strauss landen.  nach meinem letzten eintrag bin ich in den nelson lakes national park gefahren und hab dort die zweite grosse wanderung meiner reise gemacht. bin vier tage durch den park gelaufen und habe auf huetten uebernachtet. die waren sehr einfach ausgestattet, musste meinen eigenen gaskocher mitbringen. war auch komplett abseits der touristengebiete. wenig wanderer unterwegs und fast alle einheimisch. von der landschaft her war es recht aehnlich zu den europaeischen alpen, aber sehr schoen und vor allem wild und einsam, hat mir sehr gut gefallen. Und die Angelus Hut war defnitiv einer der schoensten Uebernachtungsplaetze ueberhaupt. danach bin ich dann die westkueste runtergefahren. da habe ich unter anderem seeloewen gesehen und war am franz-josef-gletscher, der mitten im regenwald liegt. danach gings nach wanaka, einer der schoensten orte in neuseeland. dort fand waehrend meines aufenthalts ein Ironman statt, war interessant zum anschauen (dabei sollte man es aber auch belassen). dann bin ich schon zum naechsten trekking durch die wildnis aufgebrochen, diesmal zum Routeborne Track. Da war a bissl mehr los als an den Nelson Lakes, das aber zu recht. Es ging zuerst durch dichten regenwald, dann hinauf in eine atemberaubende berglandschaft und an einem 174m hohen wasserfall wieder hinab. Ein hoehepunkt meiner reise. Jetzt bin ich in queenstown und erhole mich von den ganzen abenteuern, bevor es am dienstag zu den naechsten geht. fuer die verbliebenen vier wochen habe ich noch einige wanderungen in planung und will ein paar freunde besuchen. und mal schaun was sich sonst noch ergibt, planen kann man eh nix…