nach drei wochen

Ich bin jetzt seit drei Wochen in Neuseeland unterwegs und da ichgrade nichts besseres zu tun habe nehm ich das mal als Anlass, um dasbisher Gesehene und Erlebte zusammenzufassen.

Landschaftlich istder Teil des Landes, den ich bisher gesehen habe (die Region Northland)wunderschoen. Vor allem ist hier alles in einem viel wilderen Zustandals man es von Europa her kennt. Fluesse fliessen kreuz und queer ohneBegradiedung und Staudaemme. Es gibt eine Menge Wasservoegel und toteBaeume liegen quer darueber. Die Waelder sind richtige Dschungel -ausserhalb der Wege voellig undurchdringlich. Ueberhaupt sind grosseTeile der Landesflaeche unerschlossen. Die Landstrassen sind oft ineinem schlechten Zustand und einige nicht mal asphaltiert. Man musssich immer wieder in Erinnerung rufen dass es hier zum Glueck keineGiftschlangen oder Krokodile gibt – denn die Wildnis beginnt meistensgleich hinter der Stadtgrenze. Also zum Wandern, Radeln, Kajaken undfuer alle anderen Outdoor-Aktivitaeten gibt es mehr als genug Raum.

Kulturellhat Neuseeland dafuer nicht all zu viel zu bieten. Die ersten Europaerkamen vor 170 Jahren – mit schoenen alten Gebaueden undgeschichtstraechtigen Sehenswuerdigkeiten kann man kaum rechnen. Unddie Kultur der Maori wird zwar oft als Touri-Attraktion verkauft, istunverfaelscht aber schwer zu finden.
Die Neuseelaender sind einbunt gemischtes Voelkchen aus Maori, Europaeern (viele erst in denletzten Jahren eingewandert) und Asiaten (vor allem in Auckland starkvertreten). In vielen Dingen erinnert das Land an die USA – vor allemwas das Stadtbild und die Stellung des Autoverkehrs angeht.Fussgaengerzonen und Radwege sind mir noch keine begegnet. AuchKulinarisch gibt es viel Amerikanisches – wobei man in einigen kleinenBuden sehr gute hausgemachte, frische Hamburger bekommt, die sehr zuempfehlen sind. Dazu kommen natuerlich sehr viel Fisch undMeeresfruechte und viele Asiatisches.

Das Preisniveau ist etwawie bei uns. Fuer 1 Euro bekommt man knapp 2 Neuseeland-Dollar. EineUebernachtung im 4-8-Bett-Zimmer kostet $ 20-25. An selbstgekochtenNudeln mit Sosse kann man sich fuer etwa $ 3 satt essen, fuer eineMahlzeit in der Imbissbude muss man $ 7-10 hinlegen. Leitungswasser istmeistens stark chlorhaltig, Mineralwasser gibts fuer ca $ 1 pro Liter.Bier in der Kneipe kostet $ 4-7. Obst wird hier reichlich angebaut undist sehr guenstig zu haben, Kaese,
Wurst und Schokolade sind teuer.

DieMenschen hier sind sehr freundlich, hilfsbereit und kontaktfreudig.Dazu zwei Geschichten aus Auckland: Die eine handelt von einerBegegnung im SkyTower. Das ist DAS Wahrzeichen von Auckland und dashoechste Gebaeude der Suedhalbkugel. Dort gibt es einen Angestellten,dessen Aufgabe es ist den ganzen Tag ueber hunderte oder tausende vonTouristen aus aller Welt im
Aufzug hoch- und runterzufahren.Trotzdem hat der Kerl waehrend der Fahrt nach oben von sich aus einGespraech mit uns angefangen und wollte alles moegliche von uns wissen- das muss man sich mal vorstellen – ich glaube in Deutschland waeredas jedem spaetestens nach dem 863ten Passagier zu bloed geworden! Aberso sind die Leute hier ueberall, immer fuer ein kleines Gespraech zuhaben. Nen anderen Typ habe ich getroffen, als wir uns bei einemRegenschauer beide in die selbe Bushaltestelle gefluechtet haben. Dasassen wir dann eine halbe Stunde und haben uns ueber alles moeglicheunterhalten – bis zur US-Politik und dem internationalem Terrorismus -als wir uns verabschiedet haben hatte der Regen natuerlich laengstaufgehoert. Auch wenn das Gespraech vielleicht nicht besondershochwertig war, da der Kerl Chinese war und noch schlechter Englischsprach als ich, war es eine nette Unterhaltung.

NetteUnterhaltungen gab es auf meiner Reise bisher sehr viele – leidergrossteils auf Deutsch. Wenn man sich in Herbergen aufhaelt trifft manzu etwa 50 % deutsche Reisende – und kommt dann halt meistens mit denenins Gespraech, weils halt doch am einfachsten ist. Und wenn man dann zuzweit oder zu dritt unterwegs ist kommt man auch viel weniger mitEinheimischen in Kontakt, als wie wenn man allein reist. Darum habe ichmich nach zwei Wochen von allen bis dahin geknuepften Freundschaftenverabschiedet und bin allein weitergezogen. Man fuehlt sich manchmaletwas einsam – lernt aber mehr vom ‚real new zealand‘ kennen und trifftinteressante Leute – so zum Beispiel einen Koreaner, der in Aucklandstudiert u nd grosser Fan der deutschen Fussball-Bundesliga ist odereinen Neuseelaender der das Land per Fahrrad bereist – eine Seltenheit.Und frueher oder spaeter laueft man seinen deutschen Freunden eh wiederueber den Weg – ich hab mich auch schon mit vielen fuer den 4.1. inWellington verabredet ;)

Bis dahin will ich die Nordinsel bereisen. Langsam muss ich mich aber auch nach bezahlter Arbeit umsehen – bisher arbeite ich ja nur fuer Unterkunft und Verpflegung und wenn ich erstmal wieder weiterreise, wird das Geld schnell weniger. Die meisten Jobs kommen fuer mich nicht in Frage, da man sich dafuer laenger binden muss als ich es kann/will. Ich werde mich im Bereich Fruitpicking umsehen – also Erntehelfer auf grossen Obstfarmen. Da geht jetzt langsam schon die Saison los, vor allem hier im Norden, also hoffe ich auch was zu finden. Dann muss ich nur noch mein Englisch etwas trainieren und mich endlich an den verdammten Linksverkehr gewoehnen – dann laeuft alles ganz gut!
Und ich hoffe dieser Text war fuer den einen oder anderen interessant zu lesen – mir hat er zumindest ganz gut die Zeit vertrieben.

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